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Anton und Pünktchen machen Ferien an der Ostsee.
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Anton und Pünktchen machen Ferien an der Ostsee.

Bad Vilbel

Punkten mit Witz und Tempo

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Bei den Burgfestspielen kommt „Pünktchen und Anton“ beim Publikum gut an. Weitere Aufführungen stehen noch an.

Hoch oben unter dem Bühnendach die Skyline von Berlin als Fotowand. Unten auf der Bühne Holzwände, die versetzt zueinander stehen. Eine Treppe, ebenfalls hölzern, führt hinauf zu einem Steg, der – so erfahren die Zuschauer später – die Weidendammer Brücke in der Hauptstadt darstellt. An den Holzwänden auf kleinen Regalen diese Gegenstände, Requisiten aus den 30er Jahren: ein Telefon, ein Radio, ein Grammofon. Auf den ersten Blick scheint das Bühnenbild minimalistisch.

So richtet sich der Fokus zuerst auf die beiden Hauptdarsteller des Theaterstücks für Kinder, das am Sonntagvormittag bei den Burgfestspielen Premiere hatte: Luise Pogge, genannt Pünktchen, von Eva Maria Kasper gekonnt als lebenslustiges, junges Mädchen verkörpert. Und Anton Gast, gespielt von Yannick Zürcher, Pünktchens Freund. Antons Mutter ist arm und krank. Pünktchens Eltern sind reich und gesund. So gesund, dass die Mutter Migräne hat und das Dienstmädchen, die dicke Berta, Pünktchen erklärt: „Das sind Kopfschmerzen, obwohl man gar keine hat.“

Springen, laufen, rennen

Das Publikum freut sich. So, wie es sich überhaupt über die burschikose Berta amüsiert. Anna Schönberg verleiht der Figur viel Temperament, das zum Beispiel dann ausbricht, wenn sie einen Polizisten vor Freude anspringt.

Springen, laufen, rennen und hüpfen und sogar Purzelbäume schlagen sind Tätigkeiten, die auch bei den anderen Darstellern nicht zu kurz kommen. So verkloppt Anton einen jungen Mann, weil der seine Freundin Pünktchen belästigt hat. Der überschlägt sich ein ums andere Mal, was vor allen Dingen bei den Kindern für Gelächter sorgt.

Sie haben wohl begriffen, dass hier keine wirkliche Keilerei vor sich geht. Das ist einer der Gründe, weshalb die Familie Schuldt aus Friedberg schon zum vierten Mal mit ihrem mittlerweile siebenjährigen Sohn zu einer Aufführung bei den Burgfestspielen kommt: Die Kinder könnten selbst bei gruseligen Szenen nachvollziehen, dass sie nicht echt seien, sagt Mutter Pia Schuldt. Und das liege an dem Bühnenbild: „Das ist toll, dass sich das vor den eigenen Augen verändert.“

Und so ist auf der Bühne doch viel mehr, als es anfangs den Anschein hatte. Da zieht Berta eine der Holzwände nach vorne und zum Vorschein kommt eine lange Tafel, gedeckt mit Kristallgläsern. Und schon ist man bei den Pogges zu Hause, Pünktchens Vater, der seinen Wohlstand als Schuhcremefabrikant erlangt hat, sitzt im Smoking am Tisch und lässt sich bedienen. Genauso schnell der Szenenwechsel in Antons Wohnung: Er dreht eine Klappe in einer anderen Wand herum; an deren Rückwand befestigt eine Kochplatte, darüber ein schmales Regal mit einem Wasserkessel und einer Laterne. So kommt es, dass Arm und Reich dicht beieinander liegen.

Das ist nicht die einzige Lehre, die die Zuschauer aus dem Stück von Erich Kästner ziehen können. Lehrer Bremser alias Kai Möller ermahnt die Jugendlichen, wenn sie sich prügeln, wenn sie zu spät ins Bett gehen, wenn sie nicht genug in der Schule lernen. Stets taucht er mit erhobenem Zeigefinger auf. „Respekt“, doziert er, sei heutzutage nötig. Als er Antons Mutter einen Brief wegen der schlechten Leistung ihres Sohnes schicken will, fährt Pünktchen aus der Haut.

Ob er nicht wisse, dass Anton Nacht für Nacht arbeite, um Geld zu verdienen? „Das wusste ich nicht!“, entfährt es Bremser entsetzt. Und ob er ferner darüber in Unkenntnis sei, dass Antons Mutter krank sei? „Das wusste ich nicht!“, lautet die überraschte Antwort. Daraufhin Pünktchen: „Was wissen Sie überhaupt?“

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