Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Peter Bauditz von den Wirtschaftspaten
+
Peter Bauditz von den Wirtschaftspaten

Porträt

Profi hilft Existenzgründern

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Wirtschaftspate Peter Bauditz bedauert die geringe städtische Unterstützung für Menschen, die sich selbstständig machen wollen, in Bad Vilbel.

Peter Bauditz kommt beruflich nicht zur Ruhe, dabei ist der ehemalige Siemens-Manager bereits seit einigen Jahren offiziell Rentner. Der 73-Jährige zählt zu den Aktiven bei den Wirtschaftspaten Rhein-Main. Der Verein bietet Jungunternehmern, nicht nur solchen in Lebensjahren, gegen eine geringe Gebühr Beratung.

Ende vergangenen Jahres wurde Bauditz vom städtischen Wirtschaftsförderer Rüdiger Wiechers akquiriert, nach Bedarf kleine bis mittlere Firmen mit Rat zu unterstützen. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) versprach, Räume für die Sprechstunden bereitzustellen.

Doch nach einem vielversprechenden Anlauf scheint nun das Interesse zu versiegen. „Anfragen aus Bad Vilbel gab es nur im Januar, insgesamt waren es drei“, sagt Bauditz. Dass in der Stadt Unternehmen auf goldenem Boden existieren, glaubt der gebürtige Berliner hingegen nicht.

Eine heile Welt für Start-ups hat der Wirtschaftsingenieur, der eher etwas von einer Vaterfigur als etwas von einem schneidigen Vertriebsleiter ausstrahlt, bislang nirgendswo in der Republik vorgefunden.

„Mit 60 Jahren bin ich Rentner geworden“, sagt er nüchtern. Seitdem arbeitet er an der Fachhochschule Frankfurt als Lehrbeauftragter für Industriegüter-Marketing. Bauditz, der mit seiner Familie seit 30 Jahren in Massenheim wohnt, war bei Siemens für den Verkauf von IT-Lösungen für Industrie und Banken verantwortlich.

Er ging zu den Wirtschaftspaten Thüringen, um auch dort seine Erfahrungen anzubieten. Ende der 90er Jahre stand er dort jungen Betrieben bei der Existenzsicherung zur Seite. Von 1996 bis 2003 betreute er an die 40 Firmen. Nicht nur in Notsituation, sondern auch bei Generationswechseln in der Leitung. Oder er gab Ratschläge, wie die nächste Wachstumsphase geplant werden kann. „Es gab dort aber auch Defizite beim Thema Markt- und Konkurrenzfähigkeit. Früher brauchten sich die Betriebe wegen der staatlichen Planwirtschaft darum nicht zu kümmern.“

Seit 2003 ist der agile Senior, der leidenschaftlich über sein Metier erzählen kann, bei dem Wirtschaftspaten Rhein-Main aktiv. Die Klientel ist eine ähnliche geblieben. „Nachdem sich im März abzeichnete, dass sich in Bad Vilbel nichts mehr tut, wurde ich von den Wirtschaftspaten Rhein-Main mit Beratungsaufträgen in der ganzen Region eingedeckt“, sagt er. Das Krisenjahr 2009 habe deutliche Spuren hinterlassen.

„Ich würde gern in Bad Vilbel die Sprechstunde wieder aufnehmen“, betont Bauditz. Nach seiner Einschätzung gibt es zwei Gründe. Zum einen fehlt es an einer festen Raumzuweisung im Rathaus. Dort kann der Wirtschaftspate jedoch nur den Agendaraum mitnutzen. Alles andere als eine ideale Lösung für ihn. In der Regel sucht Bauditz die Firmen auf. Doch wer noch nichts weiter als ein Konzept in Händen hält, mit dem verabredet sich Bauditz deshalb lieber in der Lobby eines Vilbeler Hotels.

Ein anderes Problem: „Die Stadt hat für die Sprechstunden an jedem vierten Donnerstag nie geworben.“ Das bedauert er besonders. Immerhin sei die Stadt mit dem Wunsch an ihn herangetreten, ein spezielles Beratungsangebot für Existenzgründer zu offerieren, die sich in der Stadt ansiedeln wollten. „Aber ohne Werbung seitens der Stadt läuft nichts“, stellt er fest.

„In anderen Städten und im Kreis sind die Sprechstunden zu einem Selbstläufer geworden.“ In Kriftel beispielsweise habe es sich herumgesprochen, wann und wo der Wirtschaftspate Beratung gibt. „Das braucht allerdings seine Zeit“, sagt Bauditz. „Die Stadt Bad Vilbel müsste die Sprechstunde nur ein halbes Jahr kontinuierlich ankündigen und bewerben, dann wäre sie auch dort ein Selbstläufer“, ist er sich sicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare