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Der Privatisierer wird 80

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Der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling feiert heute am 19. November seinen 80. Geburtstag.
Der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling feiert heute am 19. November seinen 80. Geburtstag. © dpa

Ex-Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling hat Rundfunkgeschichte geschrieben. Er brach das Monopol der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Heute wird der wohl bekannteste Politiker der Wetterau 80 Jahre alt.

Von Bruno Rieb

Der bedeutendste Politiker, den die Wetterauer CDU hervorgebracht hat, feiert am heutigen Freitag, 19. November, seinen 80. Geburtstag: Ex-Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling. Die Union feiert den Geburtstag nach, mit einem Empfang am 27. November im Schloss seiner Heimatstadt Büdingen.

Der aus einer Musikerfamilie stammende Politiker hatte rasch Karriere gemacht. 1960 war er in die Union eingetreten, 1967 war er bereits stellvertretender Landesvorsitzender und Generalsekretär der hessischen CDU. Der Mann mit dem bühnenreifen Lächeln profilierte sich als Medienpolitiker. Von 1971 an war er Mitglied im ZDF-Fernsehrat. Den Festvortrag beim Geburtstagsempfang hält Reinhard Appel, einst Chefredakteur des ZDF.

Schwarz-Schilling hat deutsche Rundfunkgeschichte geschrieben: Er brach das Monopol der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Am 4. Oktober 1982 wurde er Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen in der neuen Regierung Helmut Kohl. Und er sorgte für deren ersten Skandal: Wegen seiner Verbindung zur Accumulatorenfabrik „Sonnenschein“ und seiner Beteiligung an der „Projektgesellschaft für Kabelkommunikation“ wurde ihm die Verquickung privater und öffentlicher Interessen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen später ein. 1991 verkaufte die Familie Schwarz-Schilling ihre Anteile an „Sonnenschein“. Die Post wurde unter seiner Regie in Postbank, Telekom und Postdienst zergliedert.

Aus Protest gegen die Haltung der Bundesregierung im Bosnienkrieg trat Schwarz-Schilling 1992 als Minister zurück. Im April 1995 wurde er internationaler Streitschlichter für die Föderation Bosnien-Herzegowina – eine Tätigkeit, die ihm viel Ruhm einbrachte; 2006 wurde er Bosnien-Beauftragter der EU.

Die Wetterauer Wählerschaft, die Schwarz-Schilling seit 1976 regelmäßig direkt in den Bundestag gewählt hatte, entzog ihm aber 1998 das Vertrauen: die junge SPD-Politikerin Nina Hauer errang das Direktmandat.

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