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Jubiläumsfest in Oberursel: Graue Bären feiern stilecht.
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Jubiläumsfest in Oberursel: Graue Bären feiern stilecht.

Oberursel

Pfadfinder suchen Verstärkung

  • Olaf Velte
    VonOlaf Velte
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In Oberursel gibt es schon seit Jahrzehnten die Pfadfinder-Sippen Sankt Georg und Graue Bären. Wegen Nachmittagsunterricht und Ortswechseln fehlt es mittlerweile an Gruppenleitern und Nachwuchs. Man hofft auf Quereinsteiger.

In Oberursel gibt es schon seit Jahrzehnten die Pfadfinder-Sippen Sankt Georg und Graue Bären. Wegen Nachmittagsunterricht und Ortswechseln fehlt es mittlerweile an Gruppenleitern und Nachwuchs. Man hofft auf Quereinsteiger.

Lange Schulzeiten erschweren die Gruppenarbeit der beiden Oberurseler Pfadfinderstämme zunehmend. Obwohl hier Werte wie Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein vermittelt würden, fürchtet Sebastian Polag um das Fortbestehen der traditionsreichen Institution. „Pfadfinder ist man sein Leben lang“, sagt das Vorstandsmitglied der Oberurseler Sankt Georg-Pfadfinderschaft.

Über Mangel an Nachwuchs können die Verantwortlichen nicht klagen. „Wir haben dauernd Anfragen von Kindern“, so Barbara Weber vom Leitungsteam. Viele müssten aber vertröstet werden, weil derzeit zu wenig Gruppenleiter aktiv seien. Gesucht werden deshalb junge Menschen, die das 17. Lebensjahr beendet haben und eine gute Portion Idealismus mitbringen. Ein schwieriges Unterfangen. Polag: „In diesem Alter endet die Schulzeit und die jungen Leute gehen zum Studium oder in den Beruf.“

Da einige Mitstreiter von Oberursel weg gezogen sind, könnten derzeit nur zwei Altersstufen betreut werden.

Im Gegensatz zu einigen anderen Pfadfinder-Vereinigungen setzen die katholischen Sankt Georgianer auf „Kinder-Selbstbestimmung“. Es werde demokratisch entschieden, ob Baumhäuser gebaut oder Computer programmiert würden. Von einem „Gegenpol zum alltäglichen Trott“ spricht Barbara Weber, die auf Quereinsteiger hofft.

Zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) gehören die Grauen Bären Oberursel. Im Domizil am Heidegraben herrscht kein Mangel an Sippenführern. Mit fünfzig aktiven Mitgliedern ist der Stamm ordentlich besetzt. Dennoch blickt Vorstandssprecher Jonathan Guggenbichler mit Sorgen in die Zukunft: „Es gibt einen Schwund, weil die Kinder und Jugendlichen kaum noch Zeit haben.“ Nachmittagsunterricht und G8 hätten viele Pfadfindervereinigungen in die Bredouille gebracht. Besonders hart kämpft aktuell der Stamm Hattstein aus Usingen ums Überleben.

Wie die Sankt Georg-Pfadfinder wenden sich auch die Grauen Bären – die sich 1972 von den Grauen Wölfen Friedrichsdorf abgespalten haben – gegen Vorurteile und ein nicht zutreffendes Image. Das Pfadfindertum sei längst in der Moderne angekommen, sagt Guggenbichler. Zwar sind weiterhin Fertigkeiten wie Zeltbau und Feuermachen gefragt, doch lernen schon die Wölflinge als jüngste Mitglieder, was es mit „Streitkultur“ oder „Nachhaltigkeit“ auf sich hat. Dass „Auf-Fahrt-Gehen“ und Sommerlager noch immer ihren Reiz haben, ist dem 20-Jährigen ebenfalls bewusst. „Bei uns gibt es auch eine große Tradition des Musizierens.“ Im eigenen Liederbuch finden sich neben jüdischen und irischen Klassikern auch Stücke von Degenhardt und Zupfgeigenhansel.

Beide Oberurseler Stämme wollen ihre Tradition fortsetzen, wollen die Werbetrommel rühren und sich öffentlich präsentieren. Noch immer gibt es bei Kindern und Jugendlichen eine Sehnsucht nach Natur und Lagerfeuerromantik, nach Pfadfinder-Hemd und Dreieckstuch. „Bei uns wird das traditionelle Halstuch nicht gewaschen“, sagt Jonathan Guggenbichler. Ein Argument, das einiges für sich hat.

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