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Hennen in Margarethenhof-Stall: "Jeder, der schauen will, kann vorbeikommen", sagt Landwirt Kliem.

Nach Feuer

Peta zeigt Landwirt an

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Nach dem Brand des Stallgebäudes zeigt die Tierrechtsorganisation Peta den Betreiber des Margarethenhofs an. Der Betreiber versichert, die Elektrik regelmäßig zu überprüfen.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat drei Tage nach dem Brand des Stallgebäudes in Karben-Kloppenhein den Besitzer des Margarethenhofs, Karl Wilhelm Kliem, angezeigt. Ein entsprechendes Schreiben an die Staatsanwaltschaft Gießen datiert vom Montag, 5. November. Die Organisation geht davon aus, dass der landwirtschaftliche Betrieb gegen das Tierschutzgesetz, die Landesbauordnung und Behördenauflagen verstoßen habe. 

Den Verdacht stützt sie auf einen Artikel der „Frankfurter Neuen Presse“. Diesem sei zu entnehmen, dass etwa 5000 Hühner zu Tode gekommen seien, da sie nicht rechtzeitig aus der Stallanlage hätten befreit werden können. Schuld an dem Feuer könnten „veraltete oder unzureichende Brandschutzmaßnahmen“ sein. „Es ist zu prüfen, ob eine schwierige Löschwasserversorgung zu einer Verzögerung der Löscharbeiten geführt hat, wie in vielen anderen Fällen“, heißt es in dem Schreiben. 

Peta hat nach eigenen Angaben Mitte 2014 damit begonnen, Brände in Tierställen aufzugreifen und Strafanzeigen gegen Tierhalter zu erstatten. Behörden und Staatsanwaltschaften hätten immer noch nicht vollständig erkannt, „dass hier in den meisten Fällen bedingter Vorsatz gegeben ist“, begründete die Organisation ihr Handeln vor drei Jahren. Es betreffe die „Gesamtproblematik der völlig fehlgeleiteten Intensivtierhalten“.

Der Wetteraukreis vermochte bei der letzten Kontrolle der Stallungen 2017 jedenfalls weder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz noch gegen Brandschutzauflagen festzustellen. In diesem Jahr seien die Hühnerställe bislang nicht überprüft worden, sagte ein Kreissprecher auf Anfrage. 

Die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin sagte am Montag, die Volierenhaltung, wie sie auf dem Margarethenhof praktiziert werde, entspreche dem Tierschutzgesetz. Sie habe den Betrieb in Karben noch nicht besucht. Aber was sie im Internet über ihn herausfinden könne, das erscheine alles „ordentlich“. Peta erstatte öfter Anzeige, weiß Martin zu berichten. Wenn man seine Informationen in einem Einzelfall jedoch nur aus der Presse beziehe, sei dies nicht ganz unproblematisch. 

Zu Bränden, verursacht durch technische Defekte, komme es häufiger, sagt die Tierärztin. Manche Betriebe installierten zwar neue Technik, kümmerten sich anschließend aber nicht mehr um sie. In den Ställen des Margarethenhofs werde die Elektrik einmal im Jahr überprüft, sagt Landwirt Kliem.

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