Bad Vilbel

Parlament stimmt für Technologiepark

  • Andreas Groth
    vonAndreas Groth
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Ein Investor will in Bad Vilbel einen Forschungs- und Technologiepark für mittelständische Unternehmen schaffen. Die Stadtverordneten geben grünes Licht für eine Bebauungsplan-Änderung.

Was die Berliner Unternehmensgruppe CESA im Baugebiet Quellenpark in Bad Vilbel entwickeln möchte, liest sich ambitioniert. Einen innovativen Forschungs- und Technologiepark für mittelständische Unternehmen, Technologiekonzerne, Start-ups und Hochschulen will sie dort schaffen. Laut Erstem Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) darf man sich auf ein „anspruchsvolles Gebäudeensemble mit Campuscharakter“ und weitläufige Freiflächen freuen. Die Investoren, so der Dezernent, hätten eine „einzigartige Architektur“ angekündigt.

Bevor das Unternehmen aus der Hauptstadt aber beginnen kann zu bauen, muss der entsprechende Bebauungsplan („Krebsschere“) geändert werden. Dessen Vorgaben stehen einer Realisierung der CESA-Pläne zurzeit noch entgegen. Einmütig haben Bad Vilbels Stadtverordnete das Verfahren nun in Gang gesetzt. Die Verwaltung wird die Baufenster und zulässigen Gebäudehöhen sowie das Straßennetz an die Wünsche von CESA anpassen.

Die Berliner haben sich 50 000 Quadratmeter in dem begehrten Baugebiet zwischen Bahnlinie, Nordumgehung und B3 gesichert. 15 Millionen Euro legen sie dafür nach Angaben der Stadt auf den Tisch. Eine Anzahlung von 100 000 Euro hat CESA bereits geleistet. Bis zum 31. August 2018 hat die Stadt laut Vertrag nun Zeit, den Bebauungsplan passend zu machen. Weitere 38 000 Quadratmeter für rund zwölf Millionen Euro reserviert sie CESA bis zum 15. Dezember 2019.

Die Fläche für CESA befindet sich westlich des Areals, das die Henninger-Quartier-Gesellschaft im Oktober 2016 erwarb und das an den Nordbahnhof grenzt. Insgesamt ist das Baugebiet Quellenpark rund 800 000 Quadratmeter groß. Verschiedene Investoren haben dort Flächen von der Stadt erworben.

Vermittelt wurde das Grundstücksgeschäft mit CESA vom Bad Homburger Unternehmer Jörg-Peter Schultheis. Dieser hatte 2016 schon einmal selbst für Flächen im Quellenpark geboten, um ein „Silicon Valley of Europe“ zu schaffen. Er kam jedoch nicht zum Zug. Den Zuschlag erhielt die Henninger-Quartier-Gesellschaft.

Die CESA-Vorstellungen für einen Forschungs- und Technologiepark gehen nun in eine ähnliche Richtung. Und die Berliner scheinen es ernst zu meinen. „Sie sind sehr entschlossen, das Projekt voranzutreiben“, sagt Wysocki. Einzelheiten kann eine Sprecherin von CESA noch nicht nennen. In etwa acht Wochen soll das Gesamtkonzept aber fertig sein. Anschließend will das Unternehmen es im Bauausschuss vorstellen.

Wysocki zufolge greift das Konzept Elemente sogenannter Smart Cities auf. Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu machen, darum geht es.

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