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Wetterau Wassersport

Paddeln bleibt verboten

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Um die Natur zu schützen, wird das Paddeln auf zwei renaturierten Nidda-Abschnitten verboten. Dagegen haben auch die Vorschläge des hessischen Kanuverbands für ein umweltverträgliches Fahren nichts ausgerichtet. Dabei hätte es wohl Kompromissmöglichkeiten gegeben.

Paddeln auf der Nidda während der Sommermonate wird zukünftig wohl teilweise verboten. Das geht aus den Unterlagen des Regierungspräsidiums Darmstadt zur Novellierung des Landschaftsschutzgebiets „Auenverbund Wetterau“ hervor.

Das Landschaftsschutzgebiet existiert seit 25 Jahren; seit dem vergangenen Jahr läuft die Novellierung. Diese sieht für zwei renaturierte Abschnitte der Nidda Fahrverbote von Anfang März bis Ende September für jegliche Boote vor. Anfang des Jahres konnte die Öffentlichkeit zu dem Entwurf Stellung nehmen. Die Veränderungen hat das RP daraufhin geprüft und teilweise eingearbeitet. Ein neuer Entwurf liegt nun vor. Er sieht jedoch keine grundlegenden Änderungen vor.

Das Fahrverbot hat den Hessischen Kanuverband auf den Plan gerufen. Konkret geht es um zwei Bereiche der Nidda, die in den vergangenen Jahren renaturiert wurden: Zum einen zwischen Niddatal-Ilbenstadt und nördlich von Karben. Und zum anderen südlich von Klein-Karben bis Dortelweil. Hier sollen Tiere und Pflanzen besonders geschützt werden.

Ein Ziel, das auch der Kanuverband gutheißt und dennoch kritisiert: „Wir sehen ein ganz großes Problem darin, dass der Mensch dort ausgesperrt wird“, sagt die Vizepräsidentin des Hessischen Kanuverbands Petra Schellhorn. Das lasse außer acht, dass vor allem Menschen die Natur schützten, die sie kennten, so Schellhorn.

Schellhorn zeigte sich gegenüber der Frankfurter Rundschau enttäuscht darüber, dass das RP die vom Kanuverband vorgelegten Vorschläge für ein umweltverträgliches Fahren in den sensiblen Abschnitten „nicht einmal angeguckt“ habe. Bei einem persönlichen Gespräch des Verbands habe die zuständige Dezernatsleiterin eine entsprechende Liste „über den Tisch zurückgeschoben“ ohne sie eines Blickes zu würdigen, moniert Schellhorn.

Dabei gebe es Möglichkeiten, die Belange von Mensch und Tier miteinander zu vereinbaren.

So könne man beispielsweise in sogenannten Befahrensregeln für die Bereiche die erlaubte Größe für Kanugruppen beschränken, sagte Schellhorn der FR. Oder auch die Fahrzeiten. Außerdem könne man ein Betretungsverbot aussprechen.

Eine weitere Möglichkeit, um die Natur in den zwei Bereichen zu schützen, sei es, nur Sportlern das Fahren zu erlauben, die einen europäischen Paddelpass vorweisen können. Den können laut Schellhorn alle Kanuten über eine Schulung erlangen, in der sie auch für ökologische Belange sensibilisiert werden. In anderen Gewässern werde dies erfolgreich eingesetzt, so Schellhorn. An Schwalm und Eder etwa oder an der Diemel.

„Doch egal welche Argumente wir vorgebracht haben, das RP hat sie einfach für nichtig erklärt“, sagte Schellhorn der FR. Paradoxerweise mache das Verbot nun die Ökologieschulung unmöglich, so die Kanutin.

Beim RP war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Unterlagen sind bei der Unteren Naturschutzbehörde, Homburger Straße 17, in Friedberg, bis zum 13. September einsehbar. Online gibt es sie beim Regierungspräsidium Darmstadt unter der Internet-Adresse www.rp-darmstadt.hessen.de in der Rubrik für öffentliche Bekanntmachungen.

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