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Das Kraftwerk Staudinger, von Hainburg aus gesehen
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Das Kraftwerk Staudinger, von Hainburg aus gesehen

Wetterau

OVAG-Vorstand will Staudinger-Beteiligung

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Während die SPD-Parteifreunde in Hanau gegen den Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger klagen wollen, denkt Ex-Wetterau-Landrat Gnadl laut über einen Einstieg nach.

Die OVAG will nicht nur mehr Strom verkaufen, sondern auch mehr produzieren. Das Versorgungsunternehmen will jedoch keine Kraftwerke bauen, sondern sich an Betreibern beteiligen. Wenn die Möglichkeit besteht, auch beim umstrittenen Block 6 des Kohlekraftwerks Staudinger, wie OVAG-Vorstand Rolf Gnadl vor der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 Plus“ sagte. Durch Beteiligungen solle mehr Geld aus der Stromerzeugung in der Region bleiben, so Gnadl.

Der ehemalige Landrat sprach unter der Überschrift „Zeitenwende am Energiemarkt? Oder alles nur Abzocke?“ auf Einladung der Senioren-AG. Gnadl referierte in erster Line als Genosse, er ist noch im Landesvorstand tätig, und daneben als OVAG-Vorstand. Vor drei Jahren war er überraschend in die Spitze des Versorgers gewechselt – nicht ohne Kritik aus den eigenen Reihen.

Am Dienstagabend erklärte Gnadl erneut diese Entscheidung. „Die Energieversorgung ist gesellschaftspolitisch ein zu brisantes Thema“, als dass man es in der Führungsetage nur Kaufleuten und Technikern überlassen dürfe. Auch die „Oligopolisten“ suchten die Nähe zur Politik, etwa beim Frühstück mit der Kanzlerin.

Die OVAG stehe ob des Wettbewerbs und wegen politischer Pläne unter Druck, so Gnadl. Die FDP im Wetteraukreis wolle den Versorger den Konzernen vorwerfen – nicht ohne Konsequenzen für den Bürger. So decke die OVAG zu 100 Prozent das Defizit im öffentlichen Nahverkehr. Die wirtschaftliche Sicherung von kommunalen Aufgaben der OVAG ergebe sich auch in Beteiligungen bei der Stromerzeugung. Nur so erreiche ein Teil der Wertschöpfung den Wetteraukreis.

In die Windkraft in der Vogelsberg-Region soll weiter investiert werden, auch um die Umweltziele zu erreichen. Geld soll aber auch in einen Windpark vor der deutschen Küste gesteckt werden. Das ist noch eine Vision, ebenso der Erwerb von Anteilen am geplanten Block 6 des Eon-Großkraftwerkes Staudinger bei Hanau. Die Beteiligung an einem neuen, umweltfreundlicheren Kohlekraftwerk sei gerechtfertigt, wenn ein altes dafür vom Netz genommen wird, meinte Gnadl.

Stadtwerke Vilbel winken ab

Auf Nachfrage der FR erklärte er, dass ein Anteil von 25 Prozent möglich sei, den die OVAG jedoch nur in einem kommunaler Verbund stemmen könne. Dies entspricht der geplanten Beteiligung der Stadtwerke Hannover, die im November absprungen sind.

Die Stadtwerke Bad Vilbel zeigen zurzeit kein Interesse, in einen möglichen Verbund einzusteigen. „Staudinger ist für uns ein völlig blankes Feld“, sagte Geschäftsführer Ralph Franke. Derzeit seien die Randbedingungen, bei Kohlekraftwerken mitzuinvestieren, ungünstig. Umwelt- und gesellschaftspolitisch fänden diese Anlagen wenig Akzeptanz. Hanau und andere Kommunen wollen gegen die Genehmigung für Block 6 klagen.

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