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In Altenstadt sind überirdische Hochspannungsleitungen wie diese am Kraftwerk Staudinger Vergangenheit: Die Ovag hat Erdkabel verlegt.
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In Altenstadt sind überirdische Hochspannungsleitungen wie diese am Kraftwerk Staudinger Vergangenheit: Die Ovag hat Erdkabel verlegt.

Naturschutz

Ovag nimmt Erdkabel in Betrieb

Diskrete Leitungen: Umwelt- und Landschaftsschützer feiern, dass die neuen Leitungen zwischen Orleshausen und Altenstadt unterirdisch verlaufen. „Wir haben uns durchgesetzt, und das ist gut so“, sagt Werner Neumann vom BUND.

Von Stefanie Sperling

Strom kann man nicht sehen. Und bei der nun in Betrieb genommenen 110-Kilovolt-Erdleitung zwischen Orleshausen und Altenstadt auch nicht seinen Transportweg. Nach rund 30 Jahren Planung und Diskussion wird der Strom jetzt endlich unterirdisch ins neue Umspannwerk in der Waldsiedlung geliefert. Anliegerkommunen und Natur- und Landschaftsschützer haben dafür gesorgt, dass das Kabel unter die Erde kam. Die Ovag betritt damit Neuland.

Drei Lichterketten machten den unsichtbaren Saft bei der Inbetriebnahme durch den regionalen Energieversorger Ovag sichtbar. Per Kommando: „Bitte Transformatoren einschalten“, an die Zentrale in Friedberg, wurden zunächst die aus dem Boden kommenden, schwarz-roten Spannungswandler aktiviert.

Sodann gingen die Überspannungsableiter, welche das Umspannwerk gegen Gewitter und Überspannung schützen, in Betrieb. Fehlte noch der Energieschub aus Orleshausen, wo der Energieversorger Eon sich um den Zulauf kümmert. Dieser vollendete schließlich die Inbetriebnahme des Großprojekts: das Umspannwerk samt seiner beiden über acht Kilometer langen, unterirdischen Leitungen.

„Zwei Leitungen sind es nur, damit die Stromzufuhr allzeit gesichert ist“, erläuterte Werner Hasenau, der Projektleiter. Gebraucht werde immer nur eines der etwa unterarmdicken Kabel, um die Stromversorgung der Region circa 15 Kilometer rund um Altenstadt sowie seiner Stadtteile besser als bislang mit Energie zu versorgen. Altenstadts Stadtoberhaupt, Norbert Syguda, atmete auf: „Nun können wir endlich die Stadtentwicklung weiter vorantreiben“, blickt er in die energiegesicherte Zukunft – insbesondere auf den weiteren Ausbau des Wirtschaftsstandorts. „Gleich morgen kann ich beginnen, die Betriebe abzuarbeiten, die gerne zu uns kommen möchten.“ Denn hantierte der regionale Energieversorger bisher mit der Stromlieferung am Limit, ist nun das Potenzial auf Reserve und Zuwachs ausgerichtet, wie Ovag-Netz-Vorstand Rolf Gnadl betonte.

Dass die zuliefernden Leitungen aus Orleshausen in rund 1,50 Metern Tiefe verlaufen, feierten nicht zuletzt die zahlreichen Gegner der ursprünglich von Eon geplanten Überlandleitungen. Insbesondere Umwelt- und Landschaftsschützer der Anliegerkommunen Limeshain, Glauburg und Büdingen hatten von Beginn der Planungen an dem Projektvorhaben starken Wind entgegenwehen lassen. „Wir haben uns durchgesetzt, und das ist gut so“, betont beispielsweise Werner Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Altenstadt. „Man kann doch nicht immer nur den schnöden Mammon regieren lassen.“

Die Mehrkosten, derentwegen der einst vorgesehene Betreiber Eon das Freileitungs-Vorhaben aufgab, übernahmen anteilig der regionale Energieversorger sowie die Anliegerkommunen des Wetteraukreises. Rund neun Millionen Euro hat das Projekt insgesamt gekostet. „Gut investiertes Geld“, lobt Gnadl. „Dem Keltenfürst sei Dank“, freute sich der am Fuße des Glaubergs wohnhafte Ovag-Vorstand. Dass der Blick auf den Keltenfürsten-Sitz beeinträchtigt werden könnte, war ein wesentliches Argument gegen die Freileitung.

Seit 1982 diskutierten Kommunen, Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange über das Projekt. 2008 einigten sich die Kommunen, die Obere Naturschutzbehörde sowie Eon und Ovag auf die Trasse für das unterirdische Kabel. Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Umspannwerk in Altenstadt erbaut sowie mit den Tiefbauarbeiten für die Kabelverlegung begonnen.

„Die meisten Erdaushebungen sind heute schon wieder völlig zugewachsen“, ist Naturschützer Neumann zufrieden.

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