Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kurz vor dem Anschluss: Internet-Kabel.
+
Kurz vor dem Anschluss: Internet-Kabel.

Karben Internet

Mit oder ohne den Landkreis

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
    schließen

Beim Thema Breitbandausbau prüft die Stadt derzeit verschiedene Optionen.

Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung getroffen sein“, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Noch hat sich die Stadt nicht entschieden, ob sie sich an der Breitbandgesellschaft des Wetteraukreises beteiligen wird oder den Ausbau des Breitbandnetzes in eigener Regie durchführen wird. Bis wann die Verlegung der notwendigen Kabel realisiert werden kann, scheint dabei für den Magistrat ein wichtiges Kriterium zu sein.

„Wir wollen als eine der ersten Kommunen dran kommen“, erklärt Wirtschaftsstadtrat Otmar Stein (CDU). Nur wenn dies gewährleistet sei, komme für die Stadt die Breitbandgesellschaft, an der sich bislang 20 der 25 Kommunen im Kreis beteiligen wollen, in Frage.

Der Bürgermeister will bei Breitbandausbau von Bad Nauheim lernen

Als Beispiel dafür, wie der Ausbau von einer Stadt alleine gestemmt werden kann, verweisen Rahn und sein Stellvertreter Stein gerne auf Bad Nauheim. Man habe Gespräche mit den dortigen Stadtwerken geführt. „Die Stadtwerke haben ein eigenes Geschäftsgebiet für die Breitbandversorgung, legen auch schon Kabel und gehen bis zum Endverbraucher“, umreißt der Rathauschef das Konzept der benachbarten Kurstadt.

SWBN.MaxMedia ist dessen Name. Die Stadtwerke der Kurstadt haben ein eigenes „Highspeed-Glasfasernetz“. Um möglichst vielen Stadtteile den schnellen Internetzugang mit Übertragungsraten zwischen 25 und 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zur Verfügung zu stellen, werden Kupferleitungen der Telekom an das Glasfasernetz angeschlossen. So werden auch Stadtteile bedient, in denen das Internet bisher sehr langsam war.

„Die Nauheimer haben schon sehr interessante Schritte unternommen“, sagt Rahn. Sie hätten dem Magistrat auch Kontakte zu der Firma vermittelt, die die Kurstadt bei ihren Glasfaser-Aktivitäten betreut. Solches Know-How müsse man sich einkaufen, das habe man bei den Stadtwerken nicht.

In Frage kommt beim Glasfaserausbau für den Bürgermeister aber auch eine Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen – „so wie beim Main-Kinzig-Kreis, der hat was mit M-Net aufgebaut“. Dort verpachtet eine kreiseigene Breitband-GmbH die Infrastruktur an M-Net, an der die Münchner Stadtwerke beteiligt sind. In Frage kämen für Karben auch Unitymedia und die Telekom, so der Bürgermeister.

Unter zeitlichem Druck stehe die Stadt jedoch nicht. „Wir haben eine bessere Versorgung als in anderen Bezirken“, sagt Stadtrat Stein. Im privaten Umfeld sei Unitymedia präsent. Das Unternehmen könne in Karben jetzt schon an vielen Orten Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s für’s Herunterladen bereit stellen.

In der Innenstadt und im Industriegebiet seien 25 bis 50 Mbit/s bereist die Regel, in Groß-Karben, Klein-Karben und Kloppenheim reiche die Download-Rate bis 16 Mbit/s. Besser angebunden werden müssten noch Burg-Gräfenrode und Petterweil, wo zurzeit maximal 2 Mbit/s garantiert werden könnten. Flächendeckend werde man jedoch nicht mehr als 50 Mbit/s erreichen, gibt Rahn zu.

Im Vergleich zu anderen Kommunen steht Karben beim schnellen Internet gut da

Bei SPD und Grünen ist man ebenfalls für den Breitbandausbau. Rainer Knaak (Grüne) sagt, er heiße die Marschrichtung des Magistrats, sich die Entscheidung für oder gegen den Beitritt zur Breitbandbeteiligungsgesellschaft noch offenzuhalten, gut. Breitbandversorgung sei heute nicht mehr nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern gehöre auch zum Lebensstandard.

Die SPD sieht das Vorgehen des Magistrats dagegen nicht ohne Risiken. „Wir haben nicht verstanden, warum man sich nicht erst einmal beteiligt hat an der Breitbandgesellschaft“, sagt Fraktionsgeschäftsführer Jochen Schmitt. Schließlich enthalte der Beitrittsvertrag zur Gesellschaft auch eine Ausstiegsklausel. Dadurch hätte eine Abwägung auf weitaus sicherer Grundlage erfolgen können.

Diese Frage wollen die Sozialdemokraten in der Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag geklärt wissen. Außerdem sei der SPD unklar, in welchen Gremien die Abwägung für und gegen einen Beitritt stattfinde, und welches Gremium schon einen Beschluss gefasst habe. „Wir wissen nicht, was in Karben momentan vorgeht“, sagt SPD-Chef Thomas Görlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare