Karben

Notruf missbraucht

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Einsatzkräfte fahren umsonst zu Flüchtlingsunterkunft. Bewohner wollte, dass seine Wasserleitung repariert wird.

Einen größeren Einsatz von Polizei und Rettungsdienst hat am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr die Falschmeldung eines Bewohners einer Flüchtlingsunterkunft Am Spitzacker in Okarben verursacht. Der Mann rief laut Polizei den Notruf an und berichtete, dass sich Männer in der Unterkunft mit Messern bekämpften. Drei Streifenwagen mit sechs Beamten und ein Rettungswagen machten sich auf den Weg.

Als sie vor Ort eintrafen, stellten sie anderes fest. Ein Kampf hatte nicht stattgefunden, Messer waren auch nicht zum Einsatz gekommen. „Alles war ruhig“, heißt es in dem Bericht.

Der Bewohner klärte die Lage auf. Er hatte den Notruf gewählt, da eine Wasserleitung in seiner Wohnung defekt war und er jemanden brauchte, der sie reparierte. Da er sicher war, dass die Polizei schnell käme, wenn von einem Messerangriff die Rede sei, habe er dies angegeben.

Verständigungsprobleme gab es laut Polizeisprecherin Sylvia Frech keine. Der Bewohner konnte sich mit Deutsch und Englisch gut mitteilen.Die Reparatur der Wasserleitung hat der 30-jährige Bewohner damit zwar erreicht. Jedoch ermittelt die Polizei nun gegen ihn wegen des Missbrauchs von Notrufen.

Nach Paragraph 145 des Strafgesetzbuches kann dieser mit Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Zudem wird geprüft, ob der Einsatz in Rechnung gestellt werden kann.

Wie hoch diese Rechnung ausfallen wird, kann Frech nicht sagen. Wenn der Mann kein Geld habe, müsse er sie wahrscheinlich nicht zahlen. pz

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