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Zimmer im Degenfeld'schen Schloss. So gediegen sieht es aber nicht überall aus.
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Zimmer im Degenfeld'schen Schloss. So gediegen sieht es aber nicht überall aus.

Degenfeld'sches Schloss

Neues Leben für altes Gemäuer

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Karbener Bürger wollen in den nächsten Wochen ein Konzept für das marode Degenfeld´sche Schloss vorlegen. Ziel: Sanieren und beleben. Von Detlef Sundermann

Die 80 Euro Aufpreis für eine Eheschließung im Trauzimmer des Degenfeld´schen Schlosses bezahlen offenbar nur Romantiker. Seit Jahren ist das Gebäude in keinem repräsentativen Zustand. Die schmuddelig-gelbe Fassade weist viele Löcher auf. Die Kanten der Steintreppe sind abgebrochen. Das schlichte Schild mit Hinweis Heimatmuseum und Trauzimmer ist verwittert. Kein Ort für ein Hochzeitsfoto.

Herbert Schuch, langjähriger Vorsitzender des Heimatmuseums, hing dieser Tage unter anderem wegen der "unzulänglichen räumlichen Gegebenheiten" sein Ehrenamt an den Nageln. Die Koalition aus CDU, FDP und Freien Wählern hatte in der Februar-Sitzung des Stadtparlaments die 900.000 Euro für das herrschaftlichen Gebäude aus dem Haushalt gekegelt. Die Stadt ist blank. Die Chance, das Gebäude mit den Mitteln des Dorferneuerungsprogramms zu sanieren, schien damit gegen Null zu sinken.

Nun zeichnet sich mit der möglichen Gründung einer Bürgerstiftung doch noch eine Rettung ab. Die treibende Kraft ist hierbei der Arbeitskreis Dorferneuerung. "In voraussichtlich drei Wochen werden wir ein Konzept vorlegen können", sagt Peter Mayer, ein Sprecher des Arbeitskreises. Bezüglich der Details wollte er sich noch nicht in die Karten blicken lassen.

Das Hauptthema wird jedoch die Nutzung des Schlosses und seiner Nebengebäude sein. "75 Prozent der Räumlichkeiten werden vom Heimatmuseum für Ausstellungen und als Depot belegt", sagt Mayer. Daran soll sich auch nichts ändern, jedoch am Charakter des Museums. Die Ausstellungen und Exponate sollen für das Publikum häufiger zugänglich und erlebbarer werden.

Der Krämerladen, der Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, könne lebendig werden, indem man dort Waren verkaufe. Die landwirtschaftlichen Maschinen könnten wieder in Betrieb genommen werden und Besucher könnten Lebensmittel produzieren wie zu Urgroßeltern-Zeiten, zählt Mayer künftige Optionen auf.

Zahlende Nutzer gesucht

Offen ist zum Teil die Nutzung des Nordflügels, in dem bis vor wenigen Jahren noch Sozialwohnungen waren und der sich nun ob der baulichen Untersuchungen in einem rohbauähnlichen Zustand befindet. "Die 900.000 Euro können nur eine Hausnummer sein", sagt Sylke Radetzky vom Hochbauamt. Vor Überraschungen sei man bei historischen Gebäuden nicht sicher. Die Kosten hingen zudem vom Nutzen und den baulichen Anforderungen ab.

Im Nordflügel könnte sich Mayer zufolge das Museum ausbreiten. Auf jeden Fall soll in diesem Trakt ein Mehrgenerationenkonzept verwirklicht werden, etwa in der Form Jung lernt in Kunstkursen von Alt. Zusätzlich seien Seminarräume vorstellbar, die an kommerzielle Nutzer vermietet würden. Geld könne auch der zu einer Lokalität umgebaute Gewölbekeller bringen, in dem etwa Hochzeiten gefeiert werden könnten, so Mayer.

Denn künftig soll mit dem Schloss Geld verdient werden, um zumindest den Unterhalt zu sichern. Mayer schließt nicht aus, dass die Vermarktung des Gebäudes in die Hände eines Hauptamtlichen gelegt wird. Ob dies über die Stiftung in spe geschehen wird, ist offen.

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