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Bad Vilbel

Neues Hotel im Kurpark

  • Andreas Groth
    vonAndreas Groth
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Ein Projektentwickler will gemeinsam mit der Dorint-Gruppe im Kurpark-West in Bad Vilbel ein Hotel bauen. Die Grünen im Stadtparlament sind gegen den Bau.

Stattliche Bäume stehen zwischen dem alten Hallenbad und der Kasseler Straße in Bad Vilbel, dem westlichen Zipfel des Kurparks. Außer Rosskastanien gibt es dort Sumpfzypressen, Kiefer, Birke und weitere Arten. Etliche von ihnen haben die längste Zeit hinter sich – sie müssen gefällt werden, damit ein Hotel entstehen kann. Der Projektentwickler E+P aus Rüsselsheim will es gemeinsam mit der Dorint-Gruppe, dem künftigen Betreiber des Hotels, realisieren. An der höchsten Stelle soll der U-förmige Bau sechs Stockwerke haben; 180 Zimmer sind geplant, gehobener Standard. Die Rede ist von drei oder vier Sternen. Neben der neuen Stadthalle, dem sanierten Kurhaus und der gläsernen Orangerie wird es ein wesentlicher Teil des neuen Kurhausareals sein, das bis zum Hessentag 2020 in Bad Vilbel fertig sein soll.

Die Stadt darf keine Zeit verlieren, soll diese Hoffnung in Erfüllung gehen. Da kommt es gerade recht, dass das Regierungspräsidium Darmstadt und der Regionalverband es ihr gestatten, das Planungsverfahren zu verkürzen, weil die Eingriffe in Flora und Fauna unerheblich seien. Im Baugesetzbuch heißt das „vereinfachtes Verfahren“. Weil der Anteil der versiegelten Flächen um weniger als 20 Prozent steigt, muss der Regionale Flächennutzungsplan nicht geändert werden. Der Bauausschuss hat dieser Vorgehensweise am Dienstag mit den Stimmen von CDU, FDP und Freien Wählern zugestimmt. Die SPD enthielt sich, die Grünen votierten dagegen. Die Ökopartei lehnt das Hotel im Westen des Kurparks ab. „Im Flächennutzungsplan steht, dass der Kurpark West eine öffentliche Grünfläche und Parkanlage ist. Genau das sollte er auch bleiben“, sagt Fraktionschef Jens Matthias. „In einem öffentlichen Kurpark darf nicht ein sechsstöckiges Hotel gebaut werden.“ Viele Bürger wollten das nicht, betont Matthias.

Die Grünen haben gezählt: 63 Bäume würden gerodet. Demgegenüber stünden nur sechs Bäume, die laut einem Gutachten des Friedberger Landschaftsplanungsbüros Natur Profil nachgepflanzt werden müssten. Dessen Geschäftsführer Martin Schaefer trug die Prüfungsergebnisse im Bauausschuss vor. Der Ingenieur berichtete auch, dass geschützte Tierarten, zum Beispiel die Fledermaus und Brutvögel, in dem Plangebiet zu erwarten seien. „Hierauf müssen wir zusammen mit den Naturschutzverbänden unser Augenmerk legen“, kündigte Matthias an.

Der Leiter des Immobilieneigenbetriebs, Stadtrat Klaus Minkel (CDU), appellierte im Ausschuss. sich nicht im Klein-Klein zu verlieren. „Wir haben ein Jahrhundertprojekt vor uns. Wir dürfen den Kurpark an dieser Stelle nicht idealisieren.“ Der Park habe dort, wo das Hotel stehen soll, „keine Aufenthaltsqualität“. Für den Politiker erfüllt es zudem eine wichtige Funktion: Das Gebäude werde das übrige Areal gegen den Fahrzeuglärm der Kasseler Straße und der Bahnlinie abschirmen. Zudem versicherte Minkel, das Dach der Stadthalle sowie große Teile des Hoteldachs würden begrünt. Andernorts könne die Stadt weitere Bäume pflanzen.

Keine Bürgerversammlung

Ohne Hotel an dieser Stelle gehe es nicht, meinte der CDU-Politiker. Das habe auch mit dem Therme-Projekt des Unternehmers Josef Wund in Bad Vilbel zu tun. Der will seiner Badelandschaft ebenfalls ein Hotel mit etwa 200 Zimmern zur Seite stellen. Sobald das Bad eröffnet habe, werde die Nachfrage nach Übernachtungen steigen, sagt Minkel. „Das wird Wund mit seinem Hotel nicht abdecken.“

Bereits im Oktober hatte der Karbener Eventdienstleister Satis & Fy, der die geplante Stadthalle betreiben soll, deutlich gemacht, dass er die Hotelpläne unterstütze. Ein Hotel in unmittelbarer Nähe sei „absolut notwendig“, sagte eine Sprecherin damals.

Eine Bürgerversammlung zum Umbau des Kurhausgeländes lehnen CDU und FDP ab. Dass sich die Bürger die Pläne im Foyer des Rathauses ansehen und im Planungsverfahren eine Stellungnahme abgeben können, reiche aus, befanden die beiden Parteien.

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