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In der Rodheimer Straße gibt es einen neuen Supermarkt und noch viel Bauland drumherum.
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In der Rodheimer Straße gibt es einen neuen Supermarkt und noch viel Bauland drumherum.

Bad Vilbel

Neuer Riesen-Supermarkt

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Die Parkplätze am neuen Nahversorgungszentrum sind schon gut belegt. Dabei ist der neue Rewe dort noch gar nicht auf. Vielmehr sind Arbeiter noch mit den letzten Dingen beschäftigt.

Es wird geräumt und gewerkelt. Am Dienstag um sieben Uhr morgens ist Verkaufsstart. Schon gut angekommen wird der erweiterte Aldi, der seit ein paar Monaten geöffnet hat.

„Riesig“, findet es daher Anwohner René Albert, dass es dort bald einen neuen Supermarkt gibt. Denn bisher habe es zum Aldi keine Alternative gegeben. Und die beiden Geschäfte werden sich sicher prima ergänzen, erwartet er: „Was der eine nicht hat, hat dann der andere.“

Nicht ganz so euphorisch sehen es Mutter und Tochter Feldmann. Kai-Esther Feldmann, die in der Kernstadt wohnt, freut sich, dass es in Massenheim mit dem Parken einfacher wird. Am Kreisverkehr am Südbahnhof sei es immer recht umständlich mit dem Auto auf den Parkplatz zu fahren.

„Denk daran, dass die Innenstädte ausbluten“, wendet ihre Mutter Edeltraud Feldmann-Boyer ein. Sie wohnt in Westfalen und engagiert sich in ihrer Heimatstadt aus aktuellem Anlass gegen Leerstände Zentrum. Vor allem für die Bevölkerung, die kurze Wege brauche, weil sie nicht mit dem Auto fahre, sei es wichtig, dass es auch innenstadtnah Supermärkte gebe. Das sieht auch Tochter Kai-Esther so. Für kleine Einkäufe, sagt sie, fahre sie mit dem Fahrrad an einem der Supermärkte am Südbahnhof vorbei.

Marktlage sondiert

Beide Frauen können sich aber nicht vorstellen, dass langfristig beide Rewe-Filialen am Südbahnhof-Kreisel in der Innenstadt erhalten bleiben. Eine Einschätzung, die Rewe-Sprecherin Anja Krauskopf nicht teilt. Bevor Rewe einen neuen Markt eröffnet, sondiere die Zentrale in Köln die Marktlage genau. Und die Wirtschaftlichkeitsprüfung habe eben ergeben, dass es noch Kapazität für ein neues Einzelhandelskonzept gibt, sagt Krauskopf.

Genug Potenzial sieht auch Bernd Kaffenberger. Der 29-Jährige ist „selbständiger Kaufmann“, betont Krauskopf. Soll heißen: Er ist nicht Filialleiter, wie die Chefs der anderen Rewe-Märkte in Bad Vilbel. Sondern geht als Unternehmer selber ins Risiko. 80 Prozent der Anteile am Markt gehören ihm, 20 Rewe. Dieses so genannte Partnerschaftsmodell ähnelt einem Franchise-Modell, erläutert sie.

Für den Karbener Kaffenberger die Chance, sich seinen Traum von der Selbständigkeit zu erfüllen, mit dem er vor 13 Jahren die Ausbildung angefangen hat. Dafür geht der gelernte Einzelhandelskaufmann ein enormes Risiko ein. Allein als Startkapital hat er eine mittlere sechsstellige Summe auf den Tisch legen müssen. Hinzu kommt das Geld für den Warenbestand. Das ist ein ähnlich hoher Betrag – denn knapp 2000 Quadratmeter Supermarkt plus 600 Quadratmeter Getränkemarkt wollen zum Start gut bestückt sein.

Viel frische Kost

Das Angebot werde sich von den bereits bestehenden Rewe-Märkten abgrenzen, betont Presse-Frau Krauskopf. So werde es viel frische Kost geben und auch frischen Fisch. Außerdem werde der Markt unter dem Landmarkt-Logo Produkte von regionalen Direktvermarktern aus dem Umkreis von 30 bis 70 Kilometern verkaufen. Eine Bäckerei-Filiale mit Café werde es auch geben. 1,9 Millionen Euro hat Rewe laut Kaffenberger in den Innenausbau investiert; Kaffenberger mietet alles in allem für eine umsatzabhängige Miete.

Bebaut hat das gesamte Areal zwischen nahe der Homburger Straße die Firma Gesellschaft für Handel und Immobilien (GHI) aus Linden. Insgesamt hat sie rund 15 Millionen Euro in Massenheim investiert.

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) sieht darin eine Win-Win-Situation. Nicht nur könnten Aldi und Rewe voneinander profitieren. Auch kenne er einige Bad Vilbeler, die bisher oft nach Nieder-Erlenbach gefahren sind. Die würden nun wohl eher in Massenheim einkaufen.

Auch SPD-Fraktionschef Walter Lochmann begrüßt den Markt. Der werde sicherlich „zu einer spürbaren Verbesserung des Angebots“ führen. Dass es Bedarf für eine wohnortnahe Versorgung gebe, zeige auch die Tatsache, dass der Massenheimer Wochenmarkt sehr gut angenommen werde.

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