Fahrradweg

Neuer „Mittelalter-Radweg“ zwischen Büdingen und Lohr

Zwischen Büdingen und Lohr gibt es einen neuen Radweg, der Sport mit Sightseeing verbindet. Auf den 86,66 Kilometern machen sich Radfahrer auf die Spuren der Ritterzeit.

Freizeitradler, deren Interesse weniger am sportlichen Auspowern als an Ausflügen mit Sightseeing liegt, können sich nunmehr auf der neuen „Mittelalter-Radroute“ zwischen Büdingen (Wetteraukreis) und Lohr am Main (Main-Spessart-Kreis) in Unterfranken vergnügen. Die Spessart Tourismus und Marketing GmbH hat die 85,66 Kilometer lange Strecke geplant und ausschildern lassen, die durch Orte führt, deren bauliches Bild deutlich vom Mittelalter geprägt ist.

„Die Idee zur Mittelalter-Radtour besteht seit einigen Jahren, nun haben wir das Projekt endlich umgesetzt“, sagt Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft. Die Strecke sollte bereits im April eröffnet werden, was jedoch wegen Corona verschoben werden musste, wie Mosbacher berichtet.

„Die Städte und Orte entlang der Route zeigen eine vielfältige mittelalterliche Geschichte“, sagt Mosbacher. „Wichtig war für die Planung auch, dass die 85 Kilometer mit dem E-Bike gut befahren werden können, also etwa auch Ladestationen vorhanden sind. Eine weitere Bedingung, dass eine Zugverbindung zu den Endpunkten besteht, sonntags geht die letzte Verbindung schon um 20 Uhr, die Rückfahrt dauert über zwei Stunden mit Umstieg.“

Das Sightseeing kann schon in Büdingen beginnen, etwa am Jerusalemer Tor. Unweit davon steht überdies das einzige 50er-Jahre-Museum in Hessen. Weitere Sehenswürdigkeiten folgen etwa in Gelnhausen mit dem historischen Obermarkt und der Kaiserpfalz von Barbarossa, in Bad Orb mit dem 155 Meter langen Gradierwerk, das Seeluft verbreitet, oder mit der romantisch gelegenen Burgruine Beilstein und nicht zuletzt etwa dem Lohrer Schloss.

Wer die Strecke auf zwei Tage aufteilt, findet in Bad Orb ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. Auf den 85 Kilometern gibt es noch keinen Herbergsbetrieb, der den Ansprüchen des Radtouristen gerecht wird und damit das Siegel „Bett & Bike“ des ADFC trägt. Laut Mosbacher zeigen mittlerweile einige Hotels Interesse an einer Zertifizierung.

Die Streckenführung verläuft weitgehend auf bestehenden Radrouten wie der Isenburger oder auf dem R3. Von asphaltierter Piste bis zum groben Waldweg ist alles dabei und daher weniger geeignet für Rennräder mit schmalen Pneus. „Ideal ist ein Fahrrad mit breiteren Reifen“, sagt Mosbacher. Zudem kann ein Velo mit ausreichenden Berggängen oder elektrischem Rückenwind den Schrecken mancher Steigung im Mittelgebirge Spessart nehmen. Der höchste Punkt misst 524 Meter.

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