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Datenaustausch an einem Internetknoten in Frankfurt.
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Datenaustausch an einem Internetknoten in Frankfurt.

Glasfaserausbau Wetterau

Neue Netze braucht das Land

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Der Zweckverband Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) will eine neue Tochter gründen, um den Ausbau des Glasfasernetzes in ländlichen Gebieten wie die Wetterau und den Vogelbergkreis voranzutreiben. Dafür ist jedoch die Zustimmung des Kreises nötig.

Der Zweckverband Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) will eine neue Tochter gründen, um den Ausbau des Glasfasernetzes in ländlichen Gebieten wie die Wetterau und den Vogelbergkreis voranzutreiben. Dafür ist jedoch die Zustimmung des Kreises nötig.

Ehrlich – ich versteh absolut null von Technik“, sagte Tennisstar Boris Becker 1999 in einem Werbespot für den Online-Anbieter American Online (AOL) und fuhr ein wenig verwirrt fort: „Jetzt hat schon meine Frau gesagt, wir müssen endlich ins Internet. Und jetzt sitze ich hier mit dem Kram...“

Ähnlich mag sich manch ein Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Zweckverbands Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) vorgekommen sein, als es am Dienstag darum ging, die ZOV mit der Gründung einer Infrastrukturgesellschaft für den Ausbau des Glasfasernetzes zu beauftragen.

Anders als im Jahr 1999 ist das Internet heute im Leben der meisten Menschen ständig präsent. Es geht nicht mehr um die Frage, ob man drin ist, sondern welche Kapazität die Verbindung hat und wie schnell auch große Datenmengen auf dem eigenen Desktop sind. Gebiete, die kein schnelles Internet vorweisen können, verlieren an Attraktivität – bei Firmen, aber auch bei Privatleuten.

Standortfaktor Internet

Um dem in den ländlichen Gebieten von Wetterau und Vogelsbergkreis entgegenzusteuern, will die ZOV nun auf dem Gebiet tätig werden. Neben dem Ausbau der Infrastruktur für schnelles Internet könnte sich der OVAG-Mutterverband ZOV in Zukunft über eine neue Tochtergesellschaft auch im Bereich Telekommunikation engagieren. Die Kreistage müssen der Gründung der Gesellschaft noch zustimmen und außerdem entscheiden, mit wie viel Prozent sie sich daran beteiligen wollen. Außerdem können sich die Kommunen an dem Projekt beteiligen.

„Zwei Mbit Datenübertragungsrate als Mindestversorgung in ländlichen Räumen werden dem dortigen Bedarf genauso wenig gerecht wie eine auf 60 Volt beschränkte Netzspannung oder eine Briefzustellung nur einmal in der Woche“, heißt es in der Vorlage. Und ZOV-Geschäftsführer Rainer Schwarz betont, dass die Versorgung der Bürger mit Breitband-Internet ein Thema der Daseinsvorsorge sei.

Ehrgeiziges Projekt

„Ich bin drin“, sagte Becker 1999 im AOL-Spot. „Das ist ja einfach“. Ganz so einfach wird das Projekt Glasfaser für die ZOV aber nicht. CDU-Mann Ulrich Künz bezeichnete es in der Diskussion in der Verbandsversammlung als „sehr ehrgeizige Aufgabe“. Investitionen im „höheren zweistelligen Millionenbereich“ werden laut OVAG-Jurist Stefano Jardella, der sich seit rund zwei Jahren mit dem Thema beschäftigt, insgesamt dafür nötig sein.

Die Landräte müssten nun dafür sorgen, die Gemeinden mit ins Boot zu holen, sagt Künz. Denn: Je mehr Kommunen mitmachten, desto mehr verteilten sich auch die Kosten, erläutert Jardella. Auf dem Tisch ist der Vorschlag, dass sich der ZOV mit 51 Prozent beteiligt. 49 Prozent könnten sich der Wetteraukreis und der Vogelsbergkreis aufteilen. Gießen hat mit der Breitband Gießen GmbH bereits eine eigene Gesellschaft gegründet. Deshalb geht der ZOV davon aus, dass sich der Landkreis Gießen nicht am Ausbau beteiligt. Dennoch bleibt es Gießen freigestellt, sich zu einem späteren Zeitpunkt dem Projekt anzuschließen.

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