Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Heiß begehrt: Die Gebäude an der Frankfurter Straße  sind versteigert.
+
Heiß begehrt: Die Gebäude an der Frankfurter Straße sind versteigert.

Nervenkrieg um Filetstück

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Bad Vilbel Zwangsversteigerung der Frankfurter Straße 67 bringt knapp 3,3 Millionen Euro Erlös

Die Spannung im Saal war zu spüren. Manch einer drehte nervös den Kugelschreiber zwischen den Fingern, ein anderer gab sich cool mit Pokerface, um sein Interesse nicht gar zu offensichtlich werden zu lassen. Die Reihen im Saal 102 des Frankfurter Amtsgerichtes waren voll besetzt. Andere Besucher plauschten augenscheinlich entspannt mit ihrer Begleitung.

Wenige Minuten nach Eröffnung der Bietzeit standen drei Herren auf, schritten mit Ausweis und Handelsregisterauszug auf den Tisch der Richterin zu und nannten ihr Gebot: 2,15 Millionen Euro. Damit begann der gut 80-minütige Nervenkrieg um das Areal Frankfurter Straße 67 samt der rückwärtigen Bebauung Am Felsenkeller 18, 18 a und 20. Insgesamt gingen weit über hundert Mal die Hände hoch. Den Zuschlag erhielten letztlich die Brüder Manfred und Rainer Walz aus Bad Vilbel – ganz knapp vor der 3,3-Millionen-Euro-Grenze.

Im Mai war die Zwangsversteigerung für das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück angesetzt worden, auf dem sich Wohngebäude und ein Wohn- und Geschäftshaus befinden. Das fünfgeschossige Gebäude, Frankfurter Straße 67, hat Sanierungsbedarf. Die bisherige Besitzerin, mutmaßlich eine örtliche Immobilienfirma, geriet in Zahlungsschwierigkeiten, dies zeichnete sich offenbar schon längere Zeit ab. Bei der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank liefen über Jahre die Zahlungsverpflichtungen in Millionenhöhe auf.

Ein Sprecher der Bank berichtete vor einigen Wochen, dass es bereits viele Anfragen gebe. Das hat sich bei gestrigen Versteigerungstermin bewahrheitet. Neben den regionalen Bietern gab es auch einen Interessenten aus China, der über einen Mittelsmann an dem Bieterverfahren teilnahm. Das große Interesse ist offenbar in der Lage begründet: Vis-à-vis wird derzeit die Neue Mitte gestaltet. Dort entsteht ein größeres Ladenzentrum mit namhaften Markengeschäften und einer Büchereibrücke.

Nach Informationen der FR soll ein potenzieller Investor bereits einen Plan für den Grundstücksabschnitt Am Felsenkeller ausgearbeitet haben. Das Konzept bestehe aus Abriss und einem neuen Wohnungsbau. Einen Bebauungsplan gibt es für das Areal nicht. Maßgeblich ist deshalb die Höhe des baulichen Umfeldes. Die Frankfurter Straße 67 mit zwei Ladengeschäften und Wohnungen sowie Praxen darüber solle weiterhin Bestand haben.

Über die künftigen Aussichten für die Immobilien gibt es keine offiziellen Auskünfte. Die bei der Versteigerung anwesenden Mieter zeigten sich am Ende jedoch erleichtert. „Ich glaube, mit diesen neuen Besitzern können wir alle gut leben“, sagte der Velo-Händler der FR, der seit 1972 auf dem Grundstück seinen Laden samt Werkstatt betreibt. „Ich freue mich, dass eine Bad Vilbeler Familie in der Stadt investiert hat“, sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU).

Die Nachricht über die Zwangsversteigerung war über die Mieter aus heiterem Himmel hereingebrochen. Zwar heißt es allgemein „Kauf bricht nicht Miete“, doch wenn eine Immobilie unter dem Hammer kommt, könne diese Regel an Kraft verlieren, so der Frankfurter Mieterschutzverein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare