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Eine Fotomontage des Entwurfs für die Elvis-Statue.

Bronzestatue

200 Kilo schwerer Elvis Presley in Bad Nauheim

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Lebensgroß soll der King eine Touristen-Attraktion werden. Noch werden Sponsoren gesucht.

Elvis Presley hat sich offenbar gerne lässig an Brückengeländer gestützt fotografieren lassen. Zumindest drehen sich aus der Zeit seiner Stationierung in Friedberg (1958-1960) wenigstens drei Motive darum aus der Nachbarstadt Bad Nauheim, wo Elvis statt in der Kaserne samt Entourage zunächst in Luxushotels und später in einer Privatwohnung nächtigte. Wohl das bekannteste Brückenfoto ist das, auf dem der Rockstar sich in Ausgehuniform der 3rd Armored Division auf der Usa-Brücke im Kurpark in Pose stellt. Dieser Moment soll jetzt mit einer lebensgroßen Bronzestatue quasi verewigt werden.

Meike Berger aus Bochum und Angela Storm aus Lübeck infizierten die Stadt mit ihrer Idee. Die beiden Elvis-Fans haben im letzen Sommer beim Elvis-Festival in Bad Nauheim die Spendenaktion für die Bronzefigur gestartet. Bei Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) rannten sie damit offene Türen ein. „Mittlerweile sind auch die Skeptiker überzeugt, dass die Statue für den Tourismus gut ist“, sagt Storm. An vielen Orten der Welt stehe Elvis, gleichwohl er dort vielleicht nie war, als lebensgroßes Denkmal - nur in Bad Nauheim nicht. Und wenn Elvis erst mal wieder über dem Flüsschen Usa steht und in die Ferne schaut, dann ließen sich daraus auch Souvenirs für Touristen fertigen. Vorausgesetzt, die urheberrechtliche Fragen seien geklärt, so Storm.

Bad Nauheim: Bild von Elvis als Vorlage

Den Plan, einen Bildhauer mit der Plastik zu beauftragen, haben Berger und Storm mittlerweile verworfen. „Wir hatten die Sorge, dass ein Künstler das Gesicht nicht so hinbekommt, wie es auf dem Foto zusehen ist“, sagt Storm. Elvis stand auf der Brücke nicht wie in seinem Musikerleben unverwechselbar mit langen Koteletten an den Wangen und der Gitarre in der Hand, sondern als Soldat. „Da muss das Gesicht hundertprozentig stimmen.“

Die Lösung des Problems haben Berger und Storm im nordrhein-westfälischen Mühlheim bei der Firma EGO3D gefunden. Das Unternehmen sei in der Lage, aus einer zweidimensionalen Vorlage, einer Fotografie, ein dreidimensionales Modell zu drucken. Zunächst wird nur der Kopf gedruckt, um zu sehen, ob das Ergebnis zu den Vorstellungen und der Vorlage passt. Anschließend wird die Büste nach Bad Nauheim gebracht und zur Probe auf der Brücke platziert.

Werden die Erwartungen erfüllt, wird der restliche Elvis gedruckt und als Urmodell für den Guss verwendet. Doch bis dahin müssen die 20 000 Euro zusammen gekommen sein. Knapp 6000 Euro befinden sich bereits in der Projektkasse, aus der auch die 2000 Euro für den Druck des Kopfes bezahlt werden. Der Förderverein Bad Nauheim und andere in der Stadt wollen ihr Scherflein beitragen, so Storm. Auf Festen und Musikveranstaltungen sammeln sie und Berger weiter Geld, überdies wurde ein Crowdfunding im Internet gestartet.

Die Stadt schafft mit der anstehenden Sanierung der Brücke, die genau genommen ein Steg ist, die Voraussetzungen für den künftigen Dauerverweiler darauf. Er wird immerhin rund 200 Kilogramm wiegen. Ab Juni soll es mit den Bauarbeiten losgehen, dabei wird nicht allein die Statik ertüchtigt, teilt die Stadt mit. Das alte Stangengeländer wird durch eines mit Jugendstilverzierung ersetzt, wie es das Foto von 1959 zeigt. Damit die Plastik den Fußgängern nicht im Wege steht, wird der Steg um einen Meter auf vier Meter verbreitert. Auch bleibt so genügend Platz für Selfie-Knipser, die sich Wange an Wange neben ihrem Unsterblichen ablichten.

de.gofundme.com/elvis-in-bronce

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