Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wer kurbelt, erfährt an den Stationen viel über die Friedberger Stadtgeschichte.
+
Wer kurbelt, erfährt an den Stationen viel über die Friedberger Stadtgeschichte.

Friedberg

„Das ist Natur pur!“

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Neuer Abschnitt zum Usatalradweg ist eröffnet / Tönende Boxen am Rande

Die beiden Schilder „Vorsicht Kinder!“ an der Spielfarm Jimbala warnen keineswegs aus übertriebener Vorsicht. Vor allem Radler auf Sportvelos kommen mit Schmackes von der Mathildenruhe in Richtung der „24 Hallen“ herunter. „Früher war das hier ein Feldweg mit Löchern, furchtbar“, sagt ein älterer Herr und lächelt zufrieden. Statt Gerappel und Geschüttel surren die Räder nun auf der Asphaltstrecke parallel zu dem idyllischen Flüsschen Usa. Am Samstag ist der Usatalradweg auf Friedberger Gemarkung mit einem Fest eröffnet worden.

„Sehr gut gefällt mit der Radweg. Das ist Natur pur“, befindet Ulrich Eisenkrämer. Dieser Meinung ist auch Volkmar Heitmann, der mit seiner Frau die Neubaustrecke erkundet. „Es ist ein schöner Weg, der auch an Freizeiteinrichtungen wie den Spielplatz am Fluss, an der Jimbala-Farm oder dem Dekantsgarten entlangführt.“ Die Heitmanns loben den Radweg auch, weil ihre Kindern nun eine gute Verbindung zur Schule nutzen können.

Mit dem Bau des Usatalradwegs innerhalb der Friedberger Stadtgrenze ist im vergangenen Jahr begonnen worden. Knapp 1100 Meter misst der Teilabschnitt von der Gießener Straße (Sportanlage Burgfeld) bis an die Dorheimer Straße im Stadtteil Fauerbach. Geplant ist, dass der Radweg mal von der Mündung in die Wetter bis an die knapp 34 Kilometer entfernte Usa-Quelle bei Neu-Anspach führt. Rund 200 000 Euro kostete der nunmehr eröffnete Friedberger Abschnitt. Das Land beteiligt sich an den Ausgaben mit 65 Prozent.

Drei Meter breit

Drei Meter breit ist der Radweg, damit müssen auch Spazier- und Gassigänger nicht ständig auf dem Bankett laufen. Vor der Mathildenruhe trennen sich die Nutzer, der Fußgänger kann die Usa-Promenade für sich nutzen. Die ursprüngliche Planung, die Promenade für den Usatalradweg zu nehmen, scheiterte an der Enge der Örtlichkeit. Dort verliert sich die Usa gurgelnd in ihrem flachen, breiten Bett mit kleinen Stützen im üppigen Uferbewuchs. Für die Radler gilt es hingegen nun, die leicht schweißtreibende Höhe an der Mathildenruhe zu nehmen. Aber auch dort wartet eine Belohnung: der Blick auf die Stadtsilhouette, hervorstechend die Stadtkirche und der Adolfsturm der Burg.

Auf der Anhöhe befindet sich auch eine von mehreren Info-Stationen auf der neuen Strecke. Dort kann der Besucher sich Texte über die Stadtgeschichte anhören. Friedberg ist in diesem Jahr 800 Jahre alt geworden. Ausgestattet sind die Stationen zudem mit historischen Stichen und Fotografien, mit Ausnahme auf der Mathildenruhe, dort reicht ein leerer Rahmen, mit dem die Aussicht auf die heutige Stadt eingefasst wird. Der tönende Text kommt aus einer grünen Stahlblechbox mit einer Kurbel daran, an der ein Dynamo den nötigen Strom für die Sprachausgabe liefert. Die Box soll dem Vernehmen nach für nordamerikanische Naturparks entwickelt worden sein.

Zwei, drei Mal an der Kurbel gedreht, bringt einem nicht weit in die Stadtgeschichte. Bei „Zwischen 1171 und ...“ verstummt der Lautsprecher. Stetig und gemächlich drehen und hören, so klappt es. Je Box gibt es zum gleichen Thema vier Textfassungen, zwei für Erwachsene mit 90 oder 120 Sekunden Länge, eine für Kinder sowie eine Version auf Englisch.

Die Erläuterungen reichen bis in die Gegenwart. Eine Info-Stele lockt mit Fotografien von Friedbergs berühmtestem Gast, Elvis Presley, der von Oktober 1958 an in den Ray Barracks mit 8000 anderen GIs seinen Wehrdienst leistete. Aus der grünen Box dudelt jedoch kein Song vom König des Hüftschwungs. Im Tonfall eines Nachrichtensprechers wird über Elvis und die Nachkriegszeit erzählt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare