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Paul Sahm (vorne rechts,mit blauer Jacke) und Paul Hylla (vorne, liegend) haben Nosuga gegründet. Monika Müller
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Paul Sahm (vorne rechts,mit blauer Jacke) und Paul Hylla (vorne, liegend) haben Nosuga gegründet.

Limo-Startup

Natürlich süß und bio

  • VonAlina Hanss
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Zwei junge Start-up-Gründer haben zuckerfreie Limonaden und Eistees auf den Markt gebracht, die sie mit Stevia-Blättern süßen. Ihre Produkte kann man schon in mehr als 1000 Supermärkten kaufen.

Die Idee kam ihnen in der Küche der Großeltern in Bad Vilbel. Nach zahlreichen Geschmacksversuchen und Mischexperimenten entstand bald in der eigenen Studenten-WG die erste Limonade. Heute stellen Paul Hylla und Paul Sahm mit ihrem Frankfurter Unternehmen zuckerfreie Biolimonaden und Bioeistees her. Die beiden Studenten haben es sich mit ihren Produkten zur Aufgabe gemacht, den Getränkemarkt auf den Kopf zu stellen.

Obwohl die beiden 25-Jährigen mit Bad Vilbel sehr verbunden geblieben sind, sitzen sie heute in ihrem Büro in einer alten Fechenheimer Lagerhalle auf der Couch. Über ihnen an der Wand hängt in Leuchtfarben der Name der Limomarke: Nosuga. Ohne Zucker, in Glasflaschen abgefüllt und in sechs verschiedenen Sorten sind die Getränke mittlerweile erhältlich. „Anfangs waren wir nicht mehr als zwei Freunde, die in der Küche etwas zusammengemischt haben“, blickt Gründer Paul Sahm auf die Zeit zurück. „Mit unserer Limo im Gepäck haben wir dann selbst noch bei Supermärkten in der Umgebung an der Tür geklopft.“

Was sich zuerst wie jede andere Biolimonade aus dem Supermarktregal anhört, folgt tatsächlich einem neuartigen Konzept. Für die Süße ihrer Produkte nutzt das Start-up die südamerikanische Pflanze Süßkraut, deren chemisches Extrakt bereits als Zuckerersatzmittel Stevia auf dem Markt bekannt ist. „Im Gegensatz zu den großen Playern im Getränkebusiness verwenden wir die reinen Blätter der Stevia-Pflanze in einem natürlichen Aufguss. Während die Konkurrenz den chemisch gewonnen Süßstoff in Pulverform nutzt, machen wir uns die natürliche Süße der Blätter zu eigen“, erklärt Sahm das Alleinstellungsmerkmal der Limonaden und Eistees. „Wir sind die erste Limo, die sowohl komplett zuckerfrei und damit ohne Kalorien als auch mit Biosiegel hergestellt wird.“

Die Produktion wird ausgebaut, es finden sich die ersten Abnehmer. Vor einem Jahr stellt das Unternehmen dann den ersten Festangestellten ein, seit September dieses Jahres arbeiten schon 13 Menschen für die zuckerfreien Getränke im Vertrieb, im Einkauf und im Marketing.

Kurz vor dem Corona-Lockdown im März 2020 folgte die erste Abfüllung. Das Lager war voll, die Angst vor einer Fehlinvestition da. „Schlussendlich hat uns der Onlineverkauf gerettet“, sagt Hylla. 40 Prozent der Produkte der beiden Marken verkaufen die beiden heute über ihre Webseite, den Rest über Händler und Supermärkte in der Umgebung. Waren dies vor anderthalb Jahren noch 20 Supermärkte, sind nach eigenen Angaben Tee und Limonaden inzwischen in mehr als 1000 Supermärkten in ganz Deutschland erhältlich.

Dann sind da noch die Hürden, die junge Menschen beim Gründen ihrer eigenen Firma erfahren. „Natürlich hatte ich durch mein Studium bereits erste Berührungspunkte mit Begriffen wie Buchführung oder Bilanzen“, sagt Paul Sahm, der ein BWL-Studium hinter sich hat. Das theoretische Wissen habe sie trotzdem nicht vor Fehlern bewahrt, deren Lösungen Sahm und Hylla immer wieder vor Herausforderungen gestellt hatten. „Zu guter Letzt ist da auch ein großer Druck, mit dem man erst mal umgehen muss. Als junge Menschen wurden wir in der Branche viel weniger ernst genommen.“ Zu Beginn hätten sich viele Geschäftspartner unter der Kombination aus Bioprodukt und zuckerfreier Herstellung nichts vorstellen können.

„Am liebsten würden wir heute unser Glück auch in der Gastronomie versuchen“ sagt Hylla. „Aber wir bleiben realistisch. Coca-Cola und die anderen Marken können wir in den Restaurants nicht ersetzen.“ Stattdessen möchte das Start-up weiterhin Limonaden und Eistees über Supermärkte und im Internet verkaufen und dabei eine Nachricht vermitteln, wie Hylla verdeutlicht.

„Mit unseren Produkten wollen wir zeigen, dass zuckerfreier und gleichzeitig nachhaltiger Verzehr ohne Verzicht möglich ist. Niemand muss mehr Abstriche machen, wenn es um den Konsum zum Wohle aller Menschen geht.“

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