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Sieger Joachim Arnold (rechts, SPD), Verlierer Thorsten Hermann (CDU).
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Sieger Joachim Arnold (rechts, SPD), Verlierer Thorsten Hermann (CDU).

Landkreis Wetterau

Nachdenken über den Wähler

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Der wiedergewählte Landrat Joachim Arnold (SPD) hat selbst Bad Vilbel „geknackt“. Eine weitere Erkenntnis aus der Landratswahl: Die Bürger machen von ihrem Wahlrecht wenig Gebrauch.

Der wiedergewählte Landrat Joachim Arnold (SPD) hat selbst Bad Vilbel „geknackt“. Eine weitere Erkenntnis aus der Landratswahl: Die Bürger machen von ihrem Wahlrecht wenig Gebrauch.

Joachim Arnold (SPD) vor Thorsten Herrmann (CDU) und das im ersten Wahlgang – für die meisten, die am Sonntagabend im Plenarsaal des Kreishauses auf die Ergebnisse aus den Kommunen warteten, war das keine Überraschung. So zumindest der Tenor von Politikern der SPD-Koalitionspartner im Kreistag, FDP und Grüne. Aber dass Arnold mit knapp 60 Prozent so deutlich vorne lag, überraschte dann doch. Die stellvertretende Wetterauer SPD-Parteivorsitzende Christine Jäger sagte gestern auf Anfrage: „Bei vier Kandidaten habe ich so ein klares Ergebnis nicht erwartet, über 50 Prozent für Joachim Arnold aber schon.“

Selbst in der CDU-Hochburg Bad Vilbel hatte der SPD-Kandidat die Nase vorn. „Dass er Bad Vilbel geknackt hat, ist schon enorm“, so Jäger. Tobias Utter, CDU-Vorsitzender in Vilbel, sagte gestern, der kurze Wahlkampf sei Schuld an dem Ergebnis Herrmanns. Der SPD-Vorsitzende Udo Landgrebe sagte, Arnold habe als pragmatischer Mann der Mitte viele traditionelle CDU-Wähler in Bad Vilbel überzeugen können.

Auch in Karben, wo die CDU die stärkste Kraft ist, siegte Arnold. Mario Beck, Chef der CDU in Karben und Vize-Kreisvorsitzender seiner Partei, sagte: „Karben ist keine klassische CDU-Hochburg.“ Die SPD sei hier traditionell ebenfalls stark. Insofern sei er mit Herrmanns Ergebnis knapp neun Prozentpunkte über dem Kreisergebnis zufrieden.

Am Wahlabend schob die CDU-Kreisvorsitzende Lucia Puttrich den zweiten Platz ihres Kandidaten einzig auf die zu kurze Zeit für den Wahlkampf. Norbert Kartmann, Butzbacher CDU-Grande, fand da deutlichere Worte: Herrmann sei „ein Externer, das Gegenteil zum Amtsbonus“.

In einer Sache waren sich die Kommunalpolitiker verschiedener Coleur einig: Die Wahlbeteiligung von knapp 29 Prozent war miserabel. Arnold sagte am Wahlabend: „Einige Leute nehmen ihr Wahlrecht nicht so in Anspruch, wie ich es mir als Demokrat wünschen würde.“ Auch Puttrich mahnte: Die Direktwahl habe den Sinn, dass sich viele Menschen daran beteiligen. „Es wäre schön, wenn sie das tun würden.“

Der Karbener Beck sagte gestern, bei so einer „grottenschlechten“ Wahlbeteiligung mache eine Direktwahl des Landrats keinen Sinn. „Der Aufwand ist null gerechtfertig.“ In diese Richtung hatte auch schon der Fraktionsvorsitzende der Grünen am Sonntag plädiert. Sozialdemokratin Jäger wollte nicht so weit gehen. „Abschaffen würde ich die Direktwahl nicht.“ Man müsste die Bürger stattdessen mehr motivieren, zur Wahl zu gehen.

Dass die Hessen ihre Landräte selbst wählen dürfen, steht im Paragraf 37 der Hessischen Landkreisordnung (HKO). Wollte man die Direktwahl abschaffen, müsste das der Hessische Landtag beschließen.

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