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Mit modernen Anlagen werden bei Hassia in Bad Vilbel Flaschen sortiert, gespült und neu mit Mineralwasser befüllt.
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Mit modernen Anlagen werden bei Hassia in Bad Vilbel Flaschen sortiert, gespült und neu mit Mineralwasser befüllt.

Bad Vilbel

Mineralwasser in Bio-Qualität

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Das Bad Vilbel Unternehmen Hassia Mineralquellen erhält nach einem Zertifizierungsprozess ein Siegel für nachhaltiges Wirtschaften.

Der PS-starke Sportwagen des geschäftsführenden Gesellschafters Dirk Hinkel, der neben dem Eingang zur Zentrale der Firma Hassia Mineralquellen steht, irritiert. Passt ein solcher Wagen zu einem Unternehmen, das gestern vom renommierten SGS Institut Fresenius nach einem Zertifizierungsprozess als „sozial, ökologisch und nachhaltig“ ausgezeichnet wurde?

„Hassia handelt heute für morgen“ zitiert Firmenchef Hinkel das Leitmotiv des Unternehmens, das seit mehr als anderthalb Jahrhunderten Mineralwasser in Bad Vilbel abfüllt. „Offensiv statt defensiv“ wolle das Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit angehen und „jeden Tag und jedes Jahr Schritt für Schritt besser werden“. Das Vokabular könnte aus Handbüchern für modernes Management stammen.

Doch wie sieht es bei Hinkel ganz persönlich mit dem „Richtungswechsel“ aus, den das Unternehmen angeblich beim Thema Nachhaltigkeit vollzogen hat? Offensiv statt defensiv reagiert der Firmenchef auch auf die kritische Nachfrage nach seinem Wagen. „Ja, ich mache mir schon so meine Gedanken“, räumte Hinkel gestern auf einer Pressekonferenz ein. Doch er fahre den Sportwagen schon seit mehr als fünf Jahren, wäge Wirtschaftlichkeit, Fahrspaß und Ökologie ab. Und da sei etwa eine Limousine mit Elektroantrieb wegen der derzeit noch zu geringen Reichweite der Batterie für ihn unwirtschaftlich. Immerhin, so verrät Hinkel, soll der nächste Wagen einen Hybrid-Antrieb haben.

Die kurze Diskussion um den Wagen des Firmenchefs machte gestern beispielhaft deutlich, dass bei Hassia in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung gekommen ist und es auch noch Verbesserungsbedarf gibt.

Nach den Worten Hinkels hat das Unternehmen vor etwa vier Jahren damit begonnen, die Strukturen und Abläufe in sämtlichen Betriebsbereichen auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Dabei orientierte man sich zunächst an den Anforderungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, der auf eine Initiative der Bundesregierung zurückgeht. „Als Familienunternehmen denken wir dabei in Generationen, nicht in Quartalsergebnissen wie ein Großkonzern“, betont der Hassia-Chef.

Die Unternehmensleitung gab interne und externe Befragungen in Auftrag, richtete eine neue Stabstelle für Nachhaltigkeit ein und engagierte eine neue Mitarbeiterin für „Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement“. Erst in der vorigen Woche hatte der Getränkeproduzent, wie berichtet, auf dem Firmengelände auf 200 Quadratmetern ein neues Fitness-Center für die Belegschaft eröffnet.

Gestern wurden die vier Mineralwassermarken Hassia, Elisabethenquelle, Bad Vilbeler Urquelle und Rosbacher nach einem mehrmonatigen Zertifizierungsprozess vom SGS Institut Fresenius mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet, das Hassia ein nachhaltiges Wirtschaften bescheinigt. Die Zertifizierung war laut Hinkel „eine zwingende Voraussetzung“, um die Wässer nach den Richtlinien des unabhängigen Instituts künftig als „Premiummineralwasser in Bio-Qualität“ anbieten und vermarkten zu können. Allerdings wird nur auf den Flaschen der natriumarmen Elisabethenquelle die Bio-Qualität kenntlich gemacht, um damit die Eignung für sensible Verbrauchergruppen wie zum Beispiel Schwangere, Diabetiker und Säuglinge zu unterstreichen. Auch künftig wird es laut Hinkel weitere Überprüfungen der Produkte und der Betriebsstätten geben.

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