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Der blaue Trakt verbindet zwei Gebäudeteile.
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Der blaue Trakt verbindet zwei Gebäudeteile.

Bad Nauheim

„Mehr Qualität für Patienten“

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Die Kerckhoff-Klinik will ihre Zusammenarbeit mit dem Klinikum Darmstadt und den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg intensivieren. Mittels digitaler Bildübertragung besprechen Ärzte die Befunde von Patienten zusammen – gleichzeitig an verschiedenen Standorten.

Die Kerckhoff-Klinik will die Zusammenarbeit mit dem Klinikum Darmstadt und den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg im Bereich der Kardiologie weiter ausbauen. Was bedeutet das für die Patienten?
Thomas Walther: Es geht darum, dass die Befunde der Patienten noch intensiver mit den zuweisenden Ärzten und Kliniken besprochen werden können. Je besser sich die Ärzte kennen und zusammenarbeiten, desto mehr nutzt das den Patienten. Das tun wir mit den sogenannten Krankenhaus übergreifenden Heart-Teams, also den Herz-Teams, in denen Kardiologen und Herzchirurgen zusammenarbeiten. Wir haben die digitale Bildübertragung, bei der wir gemeinsam an verschiedenen Orten die Bilder aufrufen und entscheiden, welche Behandlung sinnvoll ist.
Hossein Ardeschir Ghofrani: Unsere herzchirurgische Abteilung ist aber nicht nur der Kooperationspartner für die Darmstädter Kliniken, sondern auch für andere Kliniken und niedergelassene Kardiologen aus der Region.

Können Sie beschreiben, wie das in der Praxis aussieht?
Ghofrani: Auf der vertraglichen Basis implementieren wir den elektronischen Datenaustausch. So können wir über Standleitungen Bilder der Patienten in beide Richtungen schicken, sodass sie in Echtzeit verfügbar sind. Wir haben zum Beispiel täglich die kardiologisch-chirurgische Fallkonferenz, bei der Katheterfilme durchgeschaut und Therapieentscheidungen getroffen werden. Auch andere Kliniken können so ihre Patienten hier vorstellen und den optimalen Weg für sie finden.

Ist die Bildübertragung neu?
Ghofrani: Die Technologie ist nicht neu, aber die sichere Datenverbindung über Standleitungen wird im Rahmen der Kooperation implementiert. Da werden Terminals bei den Kooperationspartnern aufgestellt. Über einen besonders gesicherten Teil des Internets ist ein Austausch dieser sensiblen Patientendaten möglich.
Walther: Ein Beispiel: Ein Patient kommt in unsere Klinik, da wird eine Herzdiagnostik gemacht. Jetzt hat er in verschiedenen Herzkranzarterien Engstellen. Wenn die nur kurz sind, können sie aufgedehnt werden. Sind sie länger, komplex, dann ist möglicherweise das Aufdehnen nicht die richtige Therapie, dann ist der Bypass besser. All dass wird dann im Krankenhaus übergreifenden Herz-Team besprochen, also die Kollegen im Darmstädter Klinikum und wir.
Ghofrani: Besonders kritische Entscheidungen müssen in Echtzeit besprochen werden, da kann man nicht auf die CD warten, die mit der Post kommt. Das kann man mit einer Standleitung viel besser machen.

Hat diese Technologie der Bildübertragung Auswirkungen auf die Kosten einer Behandlung?
Walther: Üblicherweise nicht. Das ist eine Technik, die heutzutage etabliert ist.
Ghofrani: Dadurch, dass Entscheidungsprozesse optimiert und verkürzt werden, hat man zunächst einen Qualitätsgewinn für die Patienten. Aber es ist auch denkbar, dass man dadurch effizienter arbeitet und Kosten sparen kann.
Walther: Die Therapieentscheidung wird auf die breiteste Basis gestellt, und das dient immer den Patienten. Er bekommt von den verschiedensten Experten, die die Befunde im Team besprechen, den optimalen Rat.

Bedurfte es einer speziellen gesetzlichen Grundlage für den Datenaustausch?
Ghofrani: Das aktuelle E-Health-Gesetz spielt da mit rein. Wir wussten, dass es diesen Schwerpunkt, nämlich die bundesweite Einführung der Telematik-Infrastruktur, setzt und haben vorgearbeitet.

Auch baulich geht es mit Neuerungen in der Kerckhoff-Klinik weiter. Welche sind das?
Ghofrani: Das Reha-Zentrum wollen wir entweder neu bauen oder umfassend renovieren. Einen genauen Zeitpunkt dafür gibt es noch nicht, vermutlich 2017. Auch die Operationssäle und Teile der Intensivstation sollen modernisiert und erweitert werden, Baubeginn ist im kommenden Jahr.

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