Wetterau

Mehr Nachfrage bei der Ganztagsschule

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Wachsende Schülerzahlen und Elternforderungen sind die Gründe.

Der Bedarf an Ganztagesangeboten an Schulen in der Wetterau steigt. Neun Grundschulen haben einen Antrag für die Erweiterung des Nachmittagsangebotes gestellt, zwei wollen in den „Pakt für den Nachmittag“ aufgenommen werden, teilt das Landratsamt mit. Ende des Jahres soll dem Kultusministerium eine Prioritätenliste zur Genehmigung von Stellen und Geld vorgelegt werden. Von den 88 Schulen im Kreisgebiet bieten 68 Bildung und Betreuung nach einem von drei Profilen (siehe Kasten), die das Kultusministerium definiert hat.

Landrat und Bildungsdezernent Jan Weckler (CDU) sieht die Entwicklung zwei Faktoren geschuldet. „Zurückzuführen ist das einerseits auf die steigenden Schülerzahlen, aber auch die verstärkte Nachfrage nach Ganztagsangeboten. Unser Ziel ist es, Eltern bei der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf zu unterstützen“, notiert Weckler.

Es sind aber nicht nur Bad Vilbel und Karben, die mit ihren großen Baugebieten viele Familien in die Wetterau locken. Auch im ländlichen Teil des Kreises etwa in Gedern oder Reichelsheim werden Ganztagsangebote oder deren Ausweitung gefordert. Eine Quote zur Nutzung des Angebotes ist nicht bekannt, teilt der Kreis auf Nachfrage mit. Die Angebote nach Profil 1 und 2 können freiwillig besucht werden. Anders bei der höchsten Stufe Profil 3, bei der es bis 17 Uhr Unterricht oder verpflichtende Angebote gibt. Laut Kreis haben derzeit diese Option in Friedberg die Wartbergschule für Lernhilfe und ein Teil der Johanniterschule in Münzenberg gewählt. Die Helmut-von-Bracken-Schule für Lernhilfe, Friedberg, hat ebenfalls Profil 3 beantragt, heißt es.

Weckler hebt hervor, dass die Initiative immer von der Schule ausgehen muss. Hierzu ist dem Kreis mehr als eine Absichtsbekundung vorzulegen. Die Schulen erstellen ein Konzept, in dem auch geklärt wird, ob pädagogische Stellen vom Land Hessen zu besetzen sind oder Geld für externe Kooperationspartner etwa Vereine benötigt wird. Der Kreis fungiere beratend und unterstützend auf dem Weg zur Ganztagsschule, heißt es. Letzteres kann etwa der Bau einer Mensa sein.

„Unsere Mensa war die erste im Kreis“, sagt Markus Maienschein, Leiter der Bad Vilbeler John-F.-Kennedy-Schule mit den Zweigen Haupt- und Realschule. Doch ein Speisesaal ist nicht alles, was eine Ganztagsschule benötigt, so Maienschein. Es fehlen Ausweich- und Ruheräume für den Nachmittag. Auch sei es wenig zuträglich, die Arbeit am Nachmittag mit Jugendlichen in Klassenzimmern stattfinden zu lassen, weil dort etwa persönliches Unterrichtsmaterial liege. Bereits vor vier Jahren habe es deswegen schon ein Gespräch mit dem Kreis gegeben, so der Rektor.

Die Schule will 2020 aus dem Profil 1 in das nächsthöhere wechseln. Der Bedarf und der Erfolg geben dazu den Anlass. „Besonders in den Schuljahrgängen 5 und 6 ist die Nachfrage hoch“, sagt Maienschein. Das Angebot, das bis zur 10. Jahrgangsstufe reicht, besteht etwa aus Theater, Sport, Chor, Zaubern oder Skat. „Der Skatverein bietet ein tolles Programm und die Kinder sind mit Begeisterung dabei“, nennt Maienschein als Beispiel.

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