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Ein Bagger steht beim offiziellen Startschuss zur Renaturierung schon in den Startlöchern.
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Ein Bagger steht beim offiziellen Startschuss zur Renaturierung schon in den Startlöchern.

Bad Vilbel

Mehr Freiheit für den Fluss

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Am Römerbrunnen wird die Nidda auf einer Länge von 28 Metern renaturiert.

In den kommenden vier Wochen wird ein weiteres Teilstück der Nidda renaturiert. Diesmal wird der Fluss in Höhe des Römerbrunnens auf der Länge von gut 280 Metern aus der künstlichen Begradigung befreit.

Mit der Planung beauftragt ist der Gewässerökologie Gottfried Lehr, der auch schon für die Renaturierung in der Innenstadt verantwortlich zeichnete. Am Römerbrunnen soll die Nidda ihm zufolge doppelt so breit werden wie jetzt. Außerdem sollen zwei Inseln entstehen. Dafür würden zunächst die Steine, mit denen die Nidda künstlich begradigt worden war, in der Flussmitte aufgeschüttet. In ein bis zwei Jahren wachse die künstliche Insel dann komplett zu. „Schon die ersten Hochwasser bringen die notwendigen Samen dafür“, sagt Lehr. In den 1960er Jahren war die Nidda begradigt, die Ufer mit Steinen befestigt und der Fluss damit kanalisiert worden. Lebensräume für Pflanzen und Tiere wurden dadurch zerstört.

Ufer auf Gronauer Seite wird restauriert

Um dem Fluss seine Natürlichkeit zurückzugeben, wird zunächst viel gebaggert werden. Das Ufer wird dann viel flacher sein als es jetzt ist. Nach dem Umbau werde der Fluss dann von alleine wieder natürliche Strukturen entwickeln, so Lehr. Positiv dafür sei, dass nun im Herbst gebaut werde. So könne im Frühjahr schon die erste Vegetationsperiode genutzt werden.

Kies, der auf dem angrenzenden Feld gefunden wurde, soll in den Fluss geschüttet werden, weil es der Nidda an Kies fehlt. Den braucht ein Fluss, um natürliche Kiesbänke zu formen, in denen einige Fischarten ihren Laich ablegen.

Den Fluss zu renaturieren, sei für alle Fischarten in der Nidda „eine tolle Sache“, sagt Lehr. Und das habe auch Auswirkung auf die Nahrungskette. So sei es kein Zufall, dass kürzlich der seltene Eisvogel an der Nidda in der Innenstadt gesichtet worden sei. Er werde künftig sicher auch am Römerbrunnen Nahrung finden.

Bad Vilbel bekomme durch die Maßnahme „einen weiteren Abschnitt einer lebendigen Nidda“, sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Vor allem für Kinder und Jugendliche werde das Erlebnis Fluss komplett neu entstehen, betonte er. Finanziert wird die Renaturierung von der Mineralwasserfirma Hassia. Laut einer Pressemitteilung soll der Umbau 80 000 Euro kosten – die Hälfte davon sei über Spenden zum 150-jährigen Firmenjubiläum zusammengekommen, heißt es.

Verändert wird das östliche Nidda-Ufer, also das zur Gronauer Seite. Es grenzt an das Gelände des Dottenfelderhofs an. Der Landbauschule des Dottenfelderhof gehört bisher auch noch das Gelände, das nun für die Renaturierung genutzt werden soll. Derzeit grasen auf der Weide die Kälber. Weil das Gelände so nach am Stall liege, sei es für den Hof auch sehr wichtig, betont der Leiter der Landbauschule, Martin von Mackensen.

Dottenfelderhof gibt Teil seines Grundstücks ab

Bürgermeister Stöhr hat der Landbauschule daher zum Tausch ein städtisches Grundstück angeboten. Zwar ist der Tausch noch nicht zu Ende verhandelt. Aber sowohl Stöhr als auch von Mackensen geben sich sehr zuversichtlich, dass es bald eine gute Lösung geben wird. Von Mackensen nennt es einen „unwiederbringlich Verlust“, wenn ihnen die bisherige Fläche nicht mehr zur Verfügung stehe. Den nähmen er und die Landbauschule aber im Sinne des Naturschutzes gerne in Kauf. Ersatz brauchen sie trotzdem. Denn irgendwo müssten die Kälber ja grasen.

Derzeit beginnen die Vorarbeiten. So wird beispielsweise eine Gasleitung verlegt, die sonst im renaturierten Gelände läge. Außerdem kommt demnächst der Kampfmittelräumdienst, um nach Munitionsresten zu suchen. Gebaggert wird dann überwiegend auf Seite des Dottenfelderhofs. Hätte die Renaturierung Flächen auf der anderen Seite beansprucht, „wäre sicher Kritik gekommen, wenn wir Parkplätze verloren hätten“, sagte Stöhr gestern. Außerdem werde das Gelände für das Quellenfest gebraucht. Nach den aktuellen Planungen bleibt auf dieser Seite also das meiste beim Alten. Vom Radweg aus hat man später einen Blick auf das renaturierte Ufer auf der gegenüberliegenden Seite.

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