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Die Klinik ist zurzeit das einzige Krankenhaus in Hessen, das Erwachsenen Spenderherzen einpflanzen darf.

Bad Nauheim

Kerckhoff-Klinik bekommt einen Uni-Campus

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Die Justus-Liebig-Universität Gießen will an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim einen eigenen Campus einrichten.

An der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim will die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) einen eigenen Campus einrichten. Das Krankenhaus mit mehr als 430 Betten und der Fachbereich Medizin der mittelhessischen Hochschule wollen so die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Geplant ist, beide Institutionen in Forschung und Lehre stärker miteinander zu verzahnen – organisatorisch wie personell. Unter anderem sollen in Bad Nauheim neue Professuren geschaffen werden, die zur JLU gehören. „Als Erstes werden die Professoren für Kardiochirurgie und Thoraxchirurgie ausgeschrieben“, sagt Klinikgeschäftsführer Professor Ardeschir Ghofrani. Schon jetzt haben einige Kerckhoff-Chefärzte Professuren an der Gießener Universität inne.

Vertreter der Hochschule und der Klinik unterzeichneten vor kurzem den Kooperationsvertrag. Offiziell soll der „Campus Kerckhoff der Justus-Liebig-Universität Gießen und ihres Fachbereiches Medizin“ im Frühjahr 2018 während eines internationalen wissenschaftlichen Symposiums eröffnet werden. Dann wollen die Universität und die Hochschule auch weitere Einzelheiten bekanntgeben. Zurzeit würden Lehrinhalte und Kursangebote im Detail ausgearbeitet, sagt Ghofrani.

Künftig arbeiten mehr Studenten in der Klinik 

Die Kerckhoff-Klinik beteiligt sich bereits an der klinischen Ausbildung der Gießener Studierenden. Der geplante Campus soll es ihnen ermöglichen, sich noch besser weiterzubilden. Alles in allem würden noch mehr Studierende im praktischen Jahr und der viermonatigen Famulatur, einem Praktikum, sowie Doktoranden in der Klinik tätig sein können.

Die Zusammenarbeit in der Forschung umfasst sowohl grundlagenwissenschaftliche Projekte als auch klinische Studien. Von der Kooperation verspricht sich die Universität eine Erweiterung ihres Forschungs- und Lehrangebotes um Spezialthemen der Klinik.

Einziges Herztransplantationszentrum in Hessen 

Zurzeit ist die Kerckhoff-Klinik das einzige Krankenhaus in Hessen, das Erwachsenen Spenderherzen transplantieren darf. 2013 eröffnete das neue Transplantationsgebäude, in dem jene Patienten untergebracht sind, die auf ein Spenderherz warten, oder solche, die schon eins eingepflanzt bekommen haben. Mit 13 Millionen Euro beteiligte sich das Land Hessen an dem Gebäude. Außerdem biete das angeschlossene Lungenzentrum Operationen an Patienten mit Lungenhochdruck, die es in Europa nur an wenigen Kliniken gebe, sagt Ghofrani.

Nach eigenen Angaben behandelt die Kerckhoff-Klinik jedes Jahr rund 15 000 Patienten mit Herz-, Lungen-, Gefäß- und Rheumaerkrankungen. Hinzu kommen jährlich 35 000 ambulante Patientenkontakte.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kerckhoff-Klinik jetzt institutionalisiert wird“, sagt JLU-Präsident Professor Joybrato Mukherjee. Auch mit dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim arbeitet die JLU schon seit längerem zusammen. Die Selbstständigkeit der Klinik in der Krankenversorgung bleibt laut der Vereinbarung gewahrt. Ghofrani bezeichnet den geplanten Campus als „akademischen Ritterschlag“ für die Forschung und Lehre in der Kerckhoff-Klinik.

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