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Lobby für Benachteiligte

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Der neue Freundeskreis des Berufsbildungswerks Südhessen will die Ausbildung benachteiligter Jugendlicher unterstützen. Unter den Gründungsmitgliedern finden sich auch prominente Namen.

Von Bruno Rieb

"Heute braucht man einfach Netzwerke“, sagt Renée Eve Seehof, Geschäftsführerin des Berufsbildungswerks (BBW) Südhessen in Karben. Der Gedanke reifte drei Jahre lang und mündete am Dienstag in die Gründung des „Freundeskreises des Berufsbildungswerks Südhessen“.

Das BBW bemüht sich recht erfolgreich darum, junge Menschen mit Behinderung, psychischen Erkrankungen oder anderen Benachteiligungen fit fürs Arbeitsleben zu machen. Über 480 junge Leute werden in rund 30 Berufen ausgebildet.

Es gehe um Menschen, „die vom lieben Gott nicht alles mitbekommen haben“, sagt Armin Clauss. Der hatte 1983 als hessischer Sozialminister die BBW-Gründung betrieben. Am Dienstag wurde der SPD-Politiker zum Vorsitzenden des Geschäftsführenden Vorstands des Freundeskreises gewählt.

Sein Stellvertreter ist der frühere Direktor der Deutschen Rentenversicherung Hessen Hans-Dieter Wolff. Zu den Beisitzern gehören die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Gießen-Friedberg Elke Ehlen, der Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen Wilhelm Schickler und der Bad Vilbeler CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Utter.

In der Liste der Gründungsmitglieder finden sich der Wetterauer Landrat Joachim Arnold (SPD) sowie der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn, der SPD-Fraktionschef im Landtag Thorsten Schäfer-Gümbel, der frühere LWV-Direktor Lutz Bauer und der Bau-Berufsgenossenschafts-Geschäftsführer Joachim Berger. „Zweck des Vereins ist es, die Zielsetzung des Berufsbildungswerkes Südhessen zu unterstützen“, schreibt die Satzung fest.

Dies soll „in Form der materiellen und ideellen Förderung“ der Jugendhilfe, der Erziehung und Berufsbildung, von Kunst und Kultur, der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie der „internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens“ erfolgen.

Konkret kann dies bedeuten, dass der Verein Jugendlichen des BBW den Erwerb des Führerscheins finanziert. Der kann wichtig für den Start ins Berufsleben sein, BBW-Auszubildenden fehlt aber oft das Geld dafür.

Es gehe nun darum, möglichst viele Mitglieder zu gewinnen und den Freundeskreis im Rhein-Main-Gebiet zu verankern, sagt Clauss. Der ermäßigte Mitgliedsbeitrag für Personen beträgt 48 Euro im Jahr (für Schüler oder Rentner: 24 Euro), für Firmen und Institutionen 120 Euro.

Informationen zum Freundeskreis des Berufsbildungswerks Südhessen gibt Daniela Bell im BBW unter Telefon 06039/4821101.

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