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Die Wetter beim Kloster Arnsburg in der Nähe von Lich.
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Die Wetter beim Kloster Arnsburg in der Nähe von Lich.

Wetterau

Liebeserklärung an einen Fluss

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Frank Uwe Pfuhl, Kreisvorsitzender des Naturschutzbunds Wetterau, hat ein Buch über die namensgebende Wetter geschrieben. Es ist eine 288 Seiten starke Liebeserklärung an den Fluss.

Er sei erschüttert gewesen, sagt Frank Uwe Pfuhl, als der Hessische Rundfunk an Weihnachten 2012 die Sendung „Hessens schönste Flüsse“ ausstrahlte. Von den 20 vorgestellten Flüssen landete seine Wetter auf dem ernüchternden 18. Platz. Neun Plätze schlechter als „die durch ihre Regulierung schwer entstellte Nidda“. Dabei ist die knapp 69 Kilometer lange Wetter, die im Vogelsberg entspringt und von der die Wetterau den Namen hat, für den Nabu-Kreisvorsitzenden Hessens schönster Fluss. Mit ihm ist Pfuhl verbunden, seit er als Kind 1973 mit den Eltern aus Frankfurt nach Assenheim zog, wo die Wetter in die Nidda mündet. Die Wetter sei seine „alte Liebe“.

Ihr hat der 48-Jährige nun ein Buch gewidmet. Erschienen ist die 288 Seiten starke Liebeserklärung im Karbener Morlant-Verlag von Walter Sülberg, der die „tolle Zusammenarbeit“ mit Pfuhl lobt. „Die Wetter – Eine Entdeckungsreise an Hessens schönstem Fluss“ lautet der Titel. Den Beweis will der Autor mit diesem Werk antreten. Bereits im Vorwort beschreibt Pfuhl die Wetter als einen Fluss, der von menschlichen Eingriffen bis heute weitgehend verschont blieb. „Sie schwingt elegant in engen Bögen dahin und bietet einen Wechsel aus flachen Gleithängen mit breiten Kiesfächern und steilen Prallhängen, in die gelegentlich der Eisvogel seine langen Brutröhren gräbt.“

Es ist ein umfassendes Porträt von der Quelle bis zur Mündung, das hier gezeichnet wird. Reich bebildert mit sommerlichen Fotografien und leicht verständlich geschrieben. Man könnte es einen Wegweiser nennen, der den Leser dazu einlädt, die Schönheit der Wetter und ihrer Umgebung selbst zu erfahren.

Dazu gehört der Vogelsberg, das größte Vulkangebiet Mitteleuropas, mit seinen sanft auslaufenden grünen Terrassen. Es kommt die Wetterau, geprägt von weiten Feldern, breiten Auen und Streuobstwiesen. Hier fließt die Wetter mitunter durch Münzenberg, Rockenberg und Steinfurth. In Friedberg-Dorheim ist sie seit vergangenem Herbst auf einer Länge von rund 270 Metern renaturiert.

Fast auf der gesamten Strecke – von Lich bis hinunter nach Assenheim – ist der Eisvogel immer wieder zu sehen. Jenem kleinen „einem bunten Edelstein gleichen“ Vogel, schenkt Pfuhl ebenso einige Zeilen wie dem Storch und dem Biber. 2014 habe der Nager mindestens vier Reviere an der Wetter zwischen Trais-Münzenberg und Assenheim gehabt, schreibt der Autor. In einem eigenen Kapitel geht Pfuhl auf die Kulturlandschaft ein, auf die Spuren, die Kelten, Römer und das Mittelalter in der Wetterau hinterlassen haben, auf die alten mehr als 80 Brücken über die Wetter und die zahlreichen Mühlengebäude am Fluss.

Den größten Teil des Buches wandert Pfuhl gewissermaßen entlang des Flusslaufes – durch Ortschaften, Naturschutzgebiete, Gotteshäuser und Sehenswürdigkeiten. Häufig liefert er ausführliche Beschreibungen der Stationen und für Leser, die noch mehr wissen wollen, fügt er bisweilen eine Internetadresse hinzu. Ganz ähnlich, wie man es aus modernen Reiseführern kennt.

Am Ende des Buches kommt er wieder in seinen Heimatort Assenheim, in dem die „alte Liebe“ begann. Ob die Wetter tatsächlich Hessens schönster Fluss ist, wird man auch nach der Lektüre nicht wissen. Zumindest sollte der eine oder andere aber Lust verspüren, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.

Frank Uwe Pfuhl, Die Wetter. Eine Entdeckungsreise an Hessens schönstem Fluss, 16,90 Euro. ISBN 978-3-943041-01-9.

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