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In Bad Vilbel in die Straßenbahn einsteigen - und bis zur Frankfurter Konstablerwache durchfahren können - die Stadt lässt prüfen, ob das machbar ist.

Tram 18

Letzter Halt "Südbahnhof"

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Bad Vilbel lässt die Machbarkeit einer Verlängerung der Frankfurter Straßenbahnlinie 18 bis in die Kernstadt prüfen.

Mit der Straßenbahn von Bad Vilbel ohne Umsteigen bis an die Frankfurter Konstabler Wache fahren, ist keine neue Vorstellung. Im vergangenen Sommer schrieb etwa der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) eine Tram-Verbindung als Option in seinen „Masterplan Mobilität“, der jedoch kein striktes Handlungskonzept darstellt.

Die SPD will nun Nägel mit Köpfen machen. In der Fraktionssitzung zum Haushalt wurde am Montagabend ein entsprechender Antrag beschlossen. Demnach soll die Stadt 50 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie in den Etat 2019 stellen. Laut SPD steht die Stadt Frankfurt dem Linienausbau positiv gegenüber – zumindest der dortige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). 

 Vergangene Woche sprach eine Delegation der Vilbeler SPD mit Oesterling über die Verkehrspolitik. „Das Treffen kam auf unsere Initiative zustande, das Hauptthema war die künftig verkürzte Streckenführung des 30er Busses“, sagt Vize-Fraktionschef Carsten Hauer auf Anfrage. Die Gründe: abschnittsweiser Parallelbetrieb von Bus und Tram sowie ein mögliches Diesel-Fahrverbot bis Herbst. Voraussichtlich von Dezember an wird die Linie nur noch bis Friedberger Warte fahren. Zur Weiterfahrt – etwa mit Ziel Konstabler Wache – muss dann die Straßenbahnlinie 18 genommen werden. Nicht nur die SPD in Bad Vilbel befürchtet mit dem Komfortverlust eine nachlassende Nutzung des ÖPNV – und das bei wachsender Einwohnerzahl in der Stadt.

Die Linie 18 ist 2011 eröffnet worden, um die neuen Wohngebiete im Osten Frankfurts zu erschließen. Eine mögliche Verlängerung der Linie könnte entlang der Friedberger Landstraße (B521) erfolgen. Damit könnten etwa auch das BG-Krankenhaus und der Lohrbergpark eine Haltstelle bekommen. Im weiteren Verlauf ließe sich die Tram durch den Bad Vilbeler Stadtteil Heilsberg führen, bevor sie am Südbahnhof in der Kernstadt ihren Endhalt erreicht. 

Doch zwischen dort und Heilsberg liegt ein Gefälle, das eisenbahntechnisch eine unlösbare Herausforderung darstellt. Was Züge nicht schaffen, packen offenbar Straßenbahnen – und das ohne Steighilfen wie Seil oder Zahnradgestänge. Mit sieben Prozent würde Bad Vilbel zudem bei weitem keine Berühmtheit erlangen. In Mainz etwa folgt die Tram-Strecke auf der Gaustraße einer Neigung von 9,55 Prozent. In Würzburg geht es noch steiler hoch und runter. 

Kniffliger sind die Platzverhältnisse auf der Schöllberg-Rampe. Die Frankfurter Straße besteht dort aus drei Fahrspuren (zwei bergauf), links und rechts gibt es jeweils einen Parkstreifen. In diesen Straßenraum müssten zwei Tram-Gleise hineinpassen oder es findet sich eine Alternativroute. „Wir sind offen für alle Überlegungen“, sagt Carsten Hauer. 

Die Linie 18 wird nicht in wenigen Jahren zu realisieren sein, steht für die SPD fest. Wichtig sei daher, dass mit dem Projekt jetzt ein Anfang gemacht werde. Mit dem Gutachten sollen nicht nur verschiedene Strecken ermittelt werden, es geht ebenfalls um die Finanzierung. „Durch die Planung sollen vor allem die Investitionskosten, abzüglich der Subventionen durch die EU, dem Bund und dem Land errechnet werden“, heißt es im SPD-Antrag. Die Baukosten für die Linie 18 betrugen seinerzeit mehr als 50 Millionen Euro.

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