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Ute Gräber-Seißinger (vorne) und Christiane Kauer.
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Ute Gräber-Seißinger (vorne) und Christiane Kauer.

Bad Vilbel

Lesen, prüfen, überarbeiten

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Zwei Bad Vilbeler Lektorinnen sind im Bundesvorstand ihres Berufsverbandes.

Viele Wege führen ins Lektorat“, konstatiert der Verband der freien Lektorinnen und Lektoren (Vfll). Eine Ausbildung für den Beruf gibt es noch nicht. Allerdings haben die meisten ein wissenschaftliches Studium hinter sich. So auch Christiane Kauer, die seit 2007 in Bad Vilbel als selbstständige Lektorin arbeitet und in Mainz einen Magisterabschluss in Buchwissenschaften machte. Auch die Studien-Nebenfächer zeugen von einer Verbundenheit zum geschriebenen Wort: Publizistik und Germanistik. Seit September 2014 ist sie stellvertretende Vorsitzende im Vfll-Vorstand.

Angefangen hat sie ihren Berufsweg mit einer kaufmännischen Ausbildung. Schnell verschlug es sie in den Bankensektor, wo sie erst mal blieb. Und schon damals lag es ihr im Blut, mit Worten Texte zu formen. „Ich war immer diejenige, die die Stellenanzeigen und die Arbeitszeugnisse getextet hat.“ Als dann ihr Arbeitgeber die Hälfte der Belegschaft entließ, machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf. Ein Coach sprach ihr zu, ihre Idee in die Tat umzusetzen.

Expertin für Bewerbungen

Seit dem hat sie sich die heute 46-Jährige einen deutschlandweiten Kundenstamm aufgebaut. Aus Bad Vilbel selbst hat sie auch Auftraggeber. Eine Druckerei, eine Werbeagentur und Privatkunden. Letztere würden sich unter anderem an sie wenden, wenn sie eine Bewerbung geschrieben oder lektoriert haben wollten, sagt Kauer. „Das kommt häufiger vor, als man eigentlich denkt.“

Darüber hinaus zählt die Unternehmenskommunikation zu Kauers Schwerpunkten. Sie liest und überarbeitet Newsletter oder Texte für Internetseiten, bei Bedarf schreibt sie auch selbst. Eine lange Liste an Büchern, unter anderem aus den Themengebieten Betriebs- und Kommunikationswirtschaft , die sie lektoriert hat, ziert ihre Internetseiten.

Zu Kauers Kunden zählen auch Agenturen, die ihrerseits wieder Aufträge von beispielsweise Unternehmen bekommen. „Die Agenturen haben eine stark schwankende Auftragslage, da arbeitet man die Spitzen mit freien Mitarbeitern ab“, erklärt Ute Gräber-Seißinger, die zweite im Bunde. Auch sie ist im Vorstand des Vfll, dort kümmert sie sich um die Finanzen.

Ursprünglich wollte die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin Journalistin werden. Aber dann führte sie ihr Weg über einen kurzen Arbeitsaufenthalt bei einer Bank als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Goethe-Universität Frankfurt. Der Campus Verlag warb sie dort ab und als Lektorin an.

Fachfrau für Wirtschaftsthemen und Finanzen

In dem Wissenschaftsverlag – unter anderem mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Finanzen – war Gräber-Seißinger fachlich zwar richtig angekommen. Aber letztendlich sei ihr das, was das Lektorat eigentlich ausmache, zu kurz gekommen, sagt sie. Dazu zählt Gräber-Seißinger die Arbeit mit den Autoren und an den Manuskripten.

Konsequenterweise folgte 2001 der Schritt in die Selbstständigkeit. Ebenso folgerichtig sind die Schwerpunkte ihrer täglichen Arbeit. „Fachtexte und Sachbücher mit Wirtschaftsthemen“, sagt sie. „In der Regel bekomme ich vom Verlag die Aufträge. Die Verlage haben die Autoren dann unter Vertrag.“

Außerdem übersetzt die 56-Jährige auch Bücher und andere Texte zu Wirtschaftsthemen aus dem Englischen und Französischen. Auch auf ihrer Internetseite reiht sich bei den Referenzen ein Buch an das andere. Im Auftrag von Verlagen entwickelt sie die Buchprojekte, sucht die Autoren dafür.Bei all dem kommt ihr Kerngeschäft, das Lektorieren, nicht zu kurz: lesen, prüfen, überarbeiten.

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