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Stadtbücherei

Das Leihbuch ist im Trend

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Stadtbücherei verzeichnet eine neue Bestmarke bei den Ausleihen. Auch deshalb, weil der Bestand stark aufgefrischt wurde.

Der „Cashkurs“ von Dirk Müller trug vielleicht zum Erfolg bei, bei der Pink-Floyd-Biografie „Inside out“ ist es eher spekulativ: Büchereileiterin Susanne Adolph verkündete gestern eine neue Bestmarke bei den Ausleihen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 19 Prozent auf 198.000 gestiegen. Der Anteil der elektronischen Leihe an dieser Steigerung liegt bei drei Prozentpunkten. Bad Vilbel nehme nun einen Spitzenplatz in der Wetterau ein, so Adolph. „Der Umsatz schreit nach Erweiterung.“ Umgezogen wird im Mai.

Während Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann den Erfolg auf den hohen Neubestand zurückführte, stand für Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) auch fest: „Es ist die Vorfreude auf die neue Mediathek.“ Aber: Mit diesem Ansturm habe man nicht gerechnet. Immerhin ziehe die Großbaustelle für die Neue Mitte einige Behinderungen mit sich.

Die Aussicht auf viel frische Leseware hat die Kunden offenbar nicht vom Parcourslaufen um Baucontainer und -absperrungen oder Behelfsbrücken abhalten können. „Wir haben 10.000 veraltete Medien gelöscht“, teilte Adolph mit. Das heißt, diese Medien sind aus den Regalen verschwunden, die Lücken sind mit 8000 neuen Büchern, CDs aller Art und DVD s gefüllt worden. Das habe der Kunde honoriert, bemerkt die Büchereichefin.

Besonders bei der Sachliteratur sei das Ausmisten dringend geboten gewesen. Bei vielen Werken sei das Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen. Dabei haben Ratgeber und Reiseführer nach Essen und Trinken sowie Lernhilfen die stärkste Nachfrage unter den Sachbüchern, berichtet Adolph. Einen veralten Reiseführer nehme eben keiner mehr die Hand, meint sie. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet sie ebenfalls bei der Kinder- und Jugendliteratur. In der Kategorie Belletristik gingen 2012 weniger die Lokalkrimis; begehrt waren vor allem Wetterauer Autoren wie Hanna Winter. Dass die mediale Verjüngungskur angekommen ist, zeigt sich auch in anderen Zahlen. Die 2800 aktiven Büchereinutzer schleppten 2012 dickere Stapel nach Hause; denn im Vorjahr war die Zahl der aktiven Ausleiher nur geringfügig niedriger.

Ob des Standortwechsels haben die Stadtverordneten den Anschaffungsetat von einst 15.000 auf 100.000 Euro aufgestockt. Im kommenden, noch nicht genehmigten Haushalt sei der gleiche Betrag vorgesehen, so Rathauschef Stör. Die Qualität des Bestands, der einschließlich elektronischer Bücher in der sogenannten Onleihe aus 28.000 Medien besteht, sei entscheidend für eine hohe Akzeptanz der neuen Büchereibrücke, betonte Kunzmann. Der Run auf Lesestoff unterstreicht für ihn auch die Notwendigkeit einer neuen Bibliothek, die wegen ihres Standorts über der Nidda umstritten ist. Dort soll mittelfristig der Bestand auf 50.000 Exemplare erweitert werden. Die Ausleihbilanz 2012 zeigte aber auch, dass Lesen und Medien ein ganz großes Thema in der Stadt sind, sagte Kunzmann.

Das ist offenbar nicht überall so im Kreisgebiet. Im Büchereinzentrum der etwa gleichgroßen Stadt Friedberg registriert man einen anderen Trend. Die Zahl der Ausleihen ist im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent rückläufig. Die rund 2500 aktiven Nutzer liehen sich insgesamt 165000 Medien aus.

Trotz der neuen Mediathek ab voraussichtlich Ende Mai rechnet Adolph in diesem Jahr auch in Vilbel mit einem Dämpfer bei den Ausleihen. Denn spätestens Ende Februar wird die Bücherei im Hallenbad wegen der Umzugsvorbereitungen geschlossen. Mit der Neueröffnung wird zudem die Gebühr für den Leihausweis von einmal 5 Euro auf 10 bis 20 Euro klettern. Ob der Betrag jährlich anfällt, soll laut Stör noch im Parlament diskutiert werden.

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