1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wetterau

Wo die Legionäre badeten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Nur noch die  Überbleibsel eines Bades zeugen vom  Militärlager  der Römer.
Nur noch die Überbleibsel eines Bades zeugen vom Militärlager der Römer. © Renate Hoyer

Es ist zwei Jahrtausende her, da tummelten sich römische Soldaten just dort, wo heute die Friedberger Burg steht. Ein Bad zeugt davon. Es ist seit Jahren hinter Glas zu besichtigt. Doch der Bau hat gelitten und muss saniert werden.

Von Bruno Rieb

Die Friedberger Burg hatte einen Vorgänger. Lange bevor die Staufer im 12. Jahrhundert die mächtige Feste auf der Basaltkuppe errichteten, hatten die Römer hier ein ausgedehntes Militärlager unterhalten. Die Reste eines römischen Bades zeugen davon. Die Überreste der Mauern des Bades gelten als die am besten erhaltenen römischen Ruinen in Hessen. Das Römerbad wird jetzt für 112000 Euro saniert.

2000 Jahre alte Mauern

Die knapp 2000 Jahre alten Mauern zählen zum Weltkulturerbe Limes. Sie befinden sich im Keller des Burggymnasiums. Als 1963 der Neubau der Schule errichtet wurde, wurden sie entdeckt. Es sind die einzigen Spuren des Römerlagers auf dem Areal der heutigen Burg. Die römischen Mauerreste wurden erhalten und in einem gläsernen Besichtigungsraum in den Neubau integriert. Das Römerbad ist Bestandteil der Stadtführungen. Durch großflächige Glaswände kann das uralte Gemäuer auch unabhängig von Führungen besichtigt werden.

Der Glasbau hat im Laufe der Jahre gelitten und muss nun saniert werden. Die Mauerreste des Römerbades sollen dabei gereinigt und stellenweise ausgebessert werden. Zudem soll die Anlage durch eine Wandbemalung aufgewertet werden, die eine römische Badeszene zeigt.

Burg soll attraktiver werden

Die Sanierung sei längst überfällig, sagt Landrat Joachim Arnold (SPD). Das Römerbad sei „unverzichtbar für die Archäologielandschaft der Wetterau“. Laut Bürgermeister Michael Keller (SPD) ist die Sanierung „ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes, die Burg noch attraktiver für Besucherinnen und Besucher zu machen“. Der Burggarten wurde erst kürzlich hergerichtet. Die Römer hatten das Militärlager während der Feldzüge des Germanikus in den Jahren 14 bis 16 unserer Zeitrechnung angelegt. Durch den 83 begonnenen Limesbau verlor das Lager seine Rolle als nördlicher Vorposten in der Wetterau und rückte weit hinter die Grenzlinie, berichtet die Denkmaltopografie für die Wetterau.

Das Lager wurde aber zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Sämtliche Straßen in der nördlichen Wetterau hätten sich hier vereinigt und es sei ein „vicus“, eine zivile römische Ansiedlung, von beträchtlichem Ausmaß entstanden. Es wird vermutet, dass die Ausmaße der Burg mit denen des Militärlagers identisch sind, und dass die heutige Kaiserstraße der Hauptachse der römischen Siedlung entspricht.

Eine Stadtführung mit Besichtigung des Römerbades wird am Sonntag, 5. Dezember, angeboten. Treffpunkt ist um 14 Uhr das Wetterau-Museum, Haagstraße 16. Die Teilnahme kostet einschließlich aller Eintritte 5,50 Euro, ermäßigt 2,75 Euro.

Auch interessant

Kommentare