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Am 25. April 2013 öffneten die Geschäfte der Neuen Mitte.
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Am 25. April 2013 öffneten die Geschäfte der Neuen Mitte.

Bad Vilbel

"Lächeln und alles wird gut"

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Der Gewerbering lobt die Neue Mitte in Bad Vilbel und betont einen Umsatzplus durch die bessere Aufenthaltsqualität. Doch nicht alle sind so zufrieden.

Nach Presseberichten über Geschäfte, die nach der Eröffnung der Neuen Mitte mit Einbußen zu kämpfen haben, hat der Gewerbering den Bau der Neuen Mitte verteidigt und betont, dass viele seiner Mitglieder dank der besseren Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum Umsatzsteigerungen verzeichneten.

„Zufrieden äußern sich erheblich mehr Leute als kritisch“, sagte Augenoptiker Michael Meyer der Frankfurter Rundschau. Er ist Sprecher des Gewerberings und hat sich bei den Geschäftsleuten umgehört. Er selbst verzeichne mit seinem Geschäft sogar Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zu der Zeit, bevor es mit dem Bau der neuen Mitte losging. Und das, obwohl er zwei Mitbewerber habe.

Positive Effekte durch die Filialisten in der Neuen Mitte sieht auch Monika Delazer, erste Vorsitzende des Gewerbevereins und Inhaberin des Sportgeschäfts auf der Frankfurter Straße. Vor allem im Jugendbereich profitiere ihr Geschäft vom Bekleidungshaus Hennes und Mauritz, das eine Filiale am Niddaplatz eröffnet hat.

Kundschaft der Filialisten

„Das hat sich schon ergänzt“, sagt sie. So stelle sie etwa fest, dass h&m-Kunden, die gerade eine modische Leggins gekauft hätten sich bei ihr nach Sportschuhen erkundigten. Insgesamt spüre sie deutlich die höhere Kundenfrequenz seit Eröffnung der Ladenzeilen auf dem Niddaplatz, so Delazer. Außerdem seien einige Kunden wiedergekommen, die Bad Vilbel während der Bauphase gemieden hätten.

Auch Steffen Kreiling von Schuh Schmitt zieht eine positive Bilanz. In seinen Umsätzen vergleiche er sich immer mit dem Durchschnitt der Branche. Seit Eröffnung der Neuen Mitte liege er in der Regel darüber. Bevor es mit dem Bau losgegangen sei, habe er einen schleichend sinkenden Rückgang erlebt. Doch diese Entwicklung sei nun gestoppt.

Obwohl es mit Görtz nun ein weiteres Schuhgeschäft gibt, sieht er keine Schwierigkeiten auf sich zukommen. „Wir waren noch nie ein topmodisches Geschäft“, sagt er. Während er eher auf Kundschaft setze, die bei den 30- und 40-Jährigen beginne, bediene Görtz eher eine jüngere Klientel. „So ergänzt sich das Ganze“, sagt er. Dennoch beobachte er genau, was sein neuer Konkurrent anbietet, um nicht das gleiche zu haben, sondern Alternativmodelle.

Gewerbering-Sprecher Meyer ärgert, dass Einzelfälle wie der vom Café Sweet Budapest oder dem Spielzeuggeschäft Schleenbäcker ein so negatives Bild vom Geschäftsleben in der Innenstadt zeichneten. „Es tut uns um jeden leid, der aufhören muss“, sagt er und wendet ein, dass das aber möglicherweise auf falschen geschäftlichen Entscheidungen beruhen könne.

Das Traditionsgeschäft habe in den vergangenen Jahren „wenig Kontinuität gezeigt“, sagt er in Anspielung auf die Umstrukturierung von dessen Sortiment. Und die Lage des Café Sweet Budapest in der Nidda-Passage sei schon immer schlecht gewesen, so Meyer.

„Es kommt auch aufs Engagement an“, sagt er auch. Beispielhaft dafür sei das Geschäft „Bild und Rahmen“. Eigentümerin Sabine Sellau Ciupka verkauft nun keine Wechselrahmen mehr, sondern setzt auf handgearbeitete Rahmen. „Ich habe mir das Sortiment von Müller und Depot angeschaut und entsprechend reagiert“, sagt sie.

Und hat entschieden: „Dann steht eben mein Handwerk im Vordergrund“. Anfang Februar ist sie in größere Räume umgezogen. Sie hat nun zwei Schaufenster statt eins und ist näher am Niddaplatz. Für sie läuft das Geschäft nun besser. Sie sagt: „Es sind jetzt bedeutend mehr Menschen da.“

Sehr zufrieden sind laut Meyer auch Herrenausstatter Peter Hüschen, Olga Gioga von Magic Moden sowie Ulla Wolf von der Kurapotheke und Hans-Joachim Rüblinger von der Süd-Apotheke. Es sei offensichtlich, dass heute viel mehr Kunden in der Bad Vilbeler Innenstadt und vor allem auf dem Niddaplatz unterwegs seien. „Und die kommen auch in die Straße“, sagt Meyer. „Wenn man sein Geschäft richtig betreibt.“ Sellau Ciupka pflichtet ihm bei und sagt: „Tür aufmachen, lächeln und alles ist gut.“

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