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Das Gebäude wurde 1927/1928 vor allem von Arbeitervereinen als Volkshaus errichtet.
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Das Gebäude wurde 1927/1928 vor allem von Arbeitervereinen als Volkshaus errichtet.

TU Darmstadt in Bad Vilbel

Das Kurhaus als Bachelorarbeit

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Abermals interessieren sich Studierende der TU Darmstadt für Bad Vilbel. Diesmal erarbeiten sie einen städtebaulichen Entwurf für Bad Vilbels gute Stube.

Die Frage nach der Zukunft des Kurhausareals in Bad Vilbel stellen nicht nur die Kommunalpolitiker und viele Einwohner. Ihr gehen in diesem Semester auch 36 Studierende der Technischen Universität (TU) Darmstadt nach. „Was macht eine zukunftsweisende Stadt an dieser Stelle aus?“ will der verantwortliche Professor Wolfgang Lorch wissen. Bis Ende Juli haben seine Studierenden Zeit, eine Antwort zu finden.

Verlangt wird ein städtebaulicher Entwurf. Keine einfache Aufgabe, denn die Pläne und Modelle der angehenden Architekten müssen drei Aspekte berücksichtigen: Bauen in der Stadt, Bauen in der Niddaaue und Bauen im denkmalgeschützten Bereich. Es gehe nicht um ein einzelnes Bauprojekt, sondern um eine „übergreifende Studie“, betont Maike Basista, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Architektur der TU.

Dass das Kurhaus gerade jetzt zum Studienobjekt wird, hat einen guten Grund. Die Stadt will das 1927 und 1928 errichtete Gebäude in den nächsten Jahren sanieren und um eine Stadthalle sowie ein Tagungshotel erweitern. Das Kurmittelhaus, wo einst die Stadtbibliothek untergebracht war, soll abgerissen werden, ebenso das Hallenbad. Bis zu einem möglichen Hessentag 2020 soll alles fertig sein.

In ihren Entwürfen sollen die Studierenden zeigen, wie ein solcher Umbau aussehen könnte. Man darf auf originelle Lösungen hoffen, denn für 17 Teilnehmer ist die Studie gleichsam die Bachelorarbeit. Wer will sich da eine Blöße geben?

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die TU Darmstadt mit einem wichtigen städtebaulichen Vorhaben in Bad Vilbel beschäftigt. Zuletzt hatte der frühere Stadtrat Rüdiger Wiechers (CDU) Ende 2015 einen Wettbewerb ausgelobt. Damals sollten Studierende aus Darmstadt ihre Ideen für einen 18 000 Quadratmeter großen Teil des Baugebiets Quellenpark in einen Entwurf fassen. Der heutige Ehrenstadtrat Wiechers fördert mit seiner Stiftung „Städte für Menschen“ städtebauliche und interdisziplinäre Lehr- und Forschungsprojekte, vor allem an der TU Darmstadt.

Nun war es abermals Wiechers, der Bad Vilbels Liegenschaftsdezernenten, Stadtrat Klaus Minkel (CDU), den Kontakt zur Hochschule verschaffte. Anfang dieses Jahres sei die Stadt mit ihrem Anliegen an den Fachbereich herangetreten, berichtet Mitarbeiterin Basista. „Eine interessante Aufgabe“, befand Lorch, zumal das Kurhaus stellvertretend für die meisten künftigen Bauvorhaben stehe. „Wir werden nicht mehr auf der Wiese bauen“, sagt der Professor. „Wir werden in Zukunft zwei Drittel Weiterbauaufgaben haben.“ Man werde immer mehr an bestehende Bausituationen anknüpfen und dem Denkmalschutz Rechnung tragen müssen.

Um sich von der Zukunftsaufgabe Kurhaus ein Bild zu machen, kamen die Studierenden kürzlich nach Bad Vilbel. Einen ganzen Tag ließen sie sich Zeit, um das 90 Jahre alte Bauwerk zu besichtigen. Neben Wiechers konnte mit Helmut Lehr (SPD) ein anderer Ehrenstadtrat interessante Details aus der Baugeschichte erzählen, haben doch seine Vorfahren an dem einstigen Volkshaus mitgearbeitet. Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann stellte die historischen Baupläne aus dem Staatsarchiv in Darmstadt vor.

Spätestens Mitte Juli kehren die Studierenden nach Bad Vilbel zurück. Ihre Arbeiten sollen öffentlich vorgestellt werden. Die Stadt will sie außerdem den Teilnehmern des Architektenwettbewerbs zur Verfügung stellen. Bis zu zehn Büros wolle man in die engere Wahl nehmen, sagt Stadtrat Minkel. An dem Auswahlfahren, das sich Präqualifizierung nennt und bereits angelaufen ist, können sich Architekten aus ganz Europa beteiligen. Ob erfolgreiche Bewerber Ideen der Studierenden aufgreifen werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall gibt es für die besten Entwürfe aus Darmstadt aber einen Preis von Wiechers Stiftung.

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