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Der Künstler und sein Werk: Dieter Oehm in Bad Vilbel.
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Der Künstler und sein Werk: Dieter Oehm in Bad Vilbel.

Bad Vilbeler Bildhauer Dieter Oehm

"Kunst muss frei sein"

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Der Bildhauer Dieter Oehm referiert in der Reihe „Kunst als Markenartikel“

Bekannter als Dieter Oehms Gesicht sind seine Skulpturen. Wohl jeder in Bad Vilbel hat sie schon mal gesehen. Gleich fünf seiner Werke stehen im Burgpark.

Die Kunst, die Oehm erschafft, ist groß. Mehrere Meter und unübersehbar. Es geht ihm um die Verkörperung von Denken. „Ich mache nur, was mir fehlt“, sagt er. Das seien meist „Dinge, die man nicht sagen kann“. Oehm will Unkonkretem Gestalt geben. Die Namen bekommen seine Werke dann, wenn sie fertig sind.

Im Burgpark stehen die zweiteilige Skulptur „Der Durchbruch“ und der „Eingefrorene“ (Gelos), die rote Metallskulptur „Rubato“ und die Installation „Wartestation für offene Fragen“. Und im Burggraben schwimmt die Skulptur „Schlüssel“ (Clavis).

Wichtig ist Oehm, etwas Neues zu erschaffen und nicht etwas wiederzugeben, das bereits existiert. 30 Jahre habe er gebraucht, um seine eigene Formsprache zu entwickeln, sagt der 64-Jährige. Habe er früher Steine und Holz eher so bearbeitet, dass Material übrig geblieben sei, so arbeite er heute „restlos“. Erst tüftelt der Bildhauer ein genaues Konzept aus, nimmt Maß und überdenkt die Proportionen. Dann macht er sich ans Handwerk. Skulpturen von ihm stehen auch im Schwarzwald, in Bremen, Bad Hersfeld, Hanau, Gießen und Karben.

Morgen Abend wird Oehm in der Veranstaltungsreihe „Kunst als Markenartikel“ des Stadtmarketingvereins vortragen. Und auch da wird er wohl sein Credo vertreten: „Kunst muss frei sein“. Wer wirklich Künstler sein wolle, dem könne es nicht darum gehen, künstlerische Fähigkeiten zum Geldverdienen einzusetzen. Der Künstler müsse einfach Künstler sein. Unabhängig.

Hat er es da gut getroffen, dass seine Frau als Juristin einen sicheren Arbeitsplatz hat? Nein, ist die Antwort des Bildhauers. Auch in der Beziehung zu seiner Frau, die heute Richterin am Frankfurter Verwaltungsgericht ist, sei ihm die eigene Unabhängigkeit immer wichtig gewesen.

„Der Glücksfall meines Lebens war es, Lehrer an der Zeichenakademie in Hanau zu werden“, sagt Oehm. So habe er nicht „fremdarbeiten“ müssen, wie es viele Künstler tun, die sogenannte Brotjobs annehmen, um ihre materielle Existenz zu sichern. Seit rund 30 Jahren, so Oehm, gibt er an zwei bis drei Tagen in der Woche Anfängern Kurse in Zeichnen und plastischem Gestalten.

Trotzdem ist er überzeugt: „Kunst ist nicht lernbar.“ Lernbar seien nur die Techniken, mit denen dann Kunst erschaffen werden könnte, das Gestalten. Aber auch hier gelte: Können ist nicht Kunst. Das Wichtige sei die Idee.

Oehm selbst sieht sich in der Tradition seines Lehrers Michael Croissant, dessen Meisterschüler er Anfang der 1970er Jahre an der Städelschule war. Auch der Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys habe eine wichtige Rolle für seine Entwicklung gespielt, sagt Oehm.

Erst seit wenigen Jahren kann er von seiner Kunst leben. Sein persönlicher Durchbruch sei gewesen, als er von 2000 bis 2002 die Kirche in Neu-Anspach im Taunus habe gestalten dürfen.

Alle Kreuzwegstationen hat er für das Gotteshaus entworfen und ein drei mal acht Meter großes Wandbild mit Farbstiften gezeichnet. „Da konnte ich endlich meine Formsprache anwenden“, sagt er.

Oehm wohnt mit seiner Frau in Bad Vilbel. Ihre beiden Kindersind um die 30 und leben in Mainz und Stuttgart. In Bad Vilbel arbeitet er an Ideen und Konzepten. Sein Atelier ist in Baden-Württemberg. Im ehemaligen Elternhaus seiner Frau macht er sich an Stein- und Holzblöcken zu schaffen. Das Haus auf dem Land ist aber auch Archiv. „Hier wohnen meine Skulpturen“.

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