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Qualität aus dem Mittelalter: Der Adolfsturm.
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Qualität aus dem Mittelalter: Der Adolfsturm.

Friedberg

Kunde soll König sein

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Eine "Qualitätsstadt" will Friedberg werden. Diese "Qualität" versucht eine bundesweite Initiative in der "Service-Wüste Deutschland" mit solchen kommunalen Offensiven zu etablieren. In der Wetterau ist die IHK Gießen-Friedberg federführend.

Deutschland steht im Ruf einer Servicewüste. In Friedberg soll dieses schlechte Image bald der Vergangenheit angehören – zumindest soll dies mit dem Projekt „Qualitätsstadt“ versucht werden. Bevor sich die Kommune mit dem Titel schmücken kann, müssen sich wenigstens 20 Firmen und die Stadt in einem Verfahren bei dem Verein ServiceQualität Deutschland in Hessen zertifizieren lassen. Für den 28.?Februar ist eine Informationsveranstaltung geplant, zu der die IHK Gießen-Friedberg 1000 Unternehmen aus allen Branchen einlädt.

Der bundesweiten Initiative haben sich in Hessen bislang Dieburg, Gelnhausen, Lauterbach, Oberursel und Rüdesheim angeschlossen. Friedberg könnte Nummer sechs sein. Anja Gretzschel, Projektleiterin der Initiative, stellte gestern in der IHK Gießen-Friedberg das Vorhaben vor. Kammergeschäftsführer Frank Wendzinski sagte, er sehe gute Chancen für die Kreisstadt, weil die Geschäftsleute bereits einige Initiativen auf die Beine gestellt hätten.

Drei Qualifizierungsstufen

Das neue Gütesiegel besteht aus drei Qualifizierungsstufen. Für die Auszeichnung „Qualitätsstadt“ reicht es aus, wenn Gewerbetreibende oder Dienstleister die erste Stufe absolvieren. Die Teilnehmer können anschließend eine DIN-A5-große Plakette an die Ladentür hängen. Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig und kostet für Firmen mindestens knapp 500 Euro.

Zum Erreichen der Basisstufe müssen die Firmenchefs sich oder einen Beschäftigten zum Qualitätscoach ausbilden lassen, der dann das Gelernte an die Mitarbeiter vermittelt sowie den Betrieb und seine Arbeitsweise aus Sicht eines Kunden betrachten und bewerten. Ziel soll sein, Schwachstellen in der Kundenfreundlichkeit aufzudecken und zu beheben. Im Blick ist hierbei auch das Beschwerdemanagement. „Nicht nur die Kunden werden vom Zertifikat profitieren, sondern ebenso Mitarbeiter“, sagte Gretzschel.

20 Betriebe braucht es

Nach der Zertifizierung von wenigstens 20 Betrieben ist der Weg frei für die „Qualitätsstadt“. Zumindest diese Firmen werden dann gemeinsam an dem neuen Image ihres Standorts arbeiten. Als Beispiel nannte die Projektleiterin gleiche Schaufensterbeleuchtungszeiten oder einheitliche Öffnungszeiten. Letzteres bezeichnete Bürgermeister Michael Keller (SPD) als besondere Herausforderungen.

Die Stadt wird ebenfalls einen Qualitätscoach ins Seminar schicken. Unklar ist laut Keller noch, ob das Büchereizentrum oder das Bürgerbüro mitmacht. Die bei der Vorstellung anwesenden Gewerbevertreter äußerten sich verhalten positiv. Ulf Berger von der Initiative „Friedberg hat’s“ betonte: „Es ist wichtig, sich mit Service von der reinen Warenausgabe zu unterscheiden.“ Friedrich Wilhelm Durchdewald, Chef des Gewerbevereins, meinte: „Vom Grundthema her ist es nichts Neues“ doch könne die Initiative Neulingen Orientierung bieten oder dem Altgeschäftsinhaber helfen, den durch den Alltagstrott verengten Blick zu erweitern. Sei ein Aufeinanderzugehen von Gewerbetreibenden und Stadt nicht möglich, sei aber das ganze Projekt hinfällig, ergänzte er, mit blick auf die umstrittene Umgestaltung der Kaiserstraße.

www-qs-hessen.de

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