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Aus für Kronia

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Von: Detlef Sundermann

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Eigentümer Hassia und der Betriebsrat haben sich geeinigt: Die 44 Mitglieder des Mineralwasserabfüllers Kronia verlieren ihre Jobs, bekommen aber eine bezahlte Umschulung.

Ende des Monats bleiben beim Mineralwasserabfüller Kronia die Förderbänder für immer stehen. Wie die Hassia-Gruppe, die im September den Betrieb übernommen hatte, gestern mitteilte, haben der Betriebsrat und die Geschäftsführung der Kronia einen Interessenausgleich und einen Sozialplan unterzeichnet. Anfang November war die Stilllegung von der Gesellschafterin angekündigt worden.

Keiner der 44 Mitarbeiter wird von der Hassia übernommen. Für die Belegschaft besteht jedoch die Möglichkeit, ab Januar für zwölf Monate in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu gehen, um sich umschulen zu lassen. In dieser Zeit sollen sie 90 Prozent ihres bisherigen Lohns erhalten. Wie viele Mitarbeiter das Angebot annehmen, konnte Betriebsratsvorsitzender Istvan Horvat nicht sagen. Er bedauerte, dass die Hassia kein Personal übernimmt. Die genehmigten Überstunden, die die Kronia nicht mehr bezahlen konnte, werden bis Schließung ausgezahlt oder abgefeiert sein, heißt es bei Hassia.


Vier Marken bleiben am Markt

Der Niedergang der 1911 von Georg Friedrich Kroner gegründeten Abfüllung kam offenbar schnell. Noch 2004 wähnte sich die Inhaberfamilie Saur auf Expansionskurs und investierte 3,5 Millionen Euro in Lager- und Logistikbauten vis-à-vis dem Standort Rosengarten. Beide Areale wurden mit einer Transportbrücke verbunden.

Doch den Wandel von der Mehrweg- zur Einwegflasche hatte man bei Kronia offenbar aus den Augen verloren. Der wegbrechende Mehrwegmarkt und das Aus für die Lebensmittelkette Tengelmann, einer von Kronias Hauptabnehmern, hätten dem Traditionsbetrieb erhebliche Mengeneinbußen beschert, erläuterte Ullrich Schweitzer, Marketingleiter bei Hassia. Allein in diesem Jahr betrage das Minus einen „satten zweistelligen Prozentbetrag“.

Die gut eingeführten Marken Kronia, Riedquelle, K3 und Mönchsbrunnen will Hassia unter eigener Abfüllung aus eigenen Brunnen weiter vertreiben. Das Betriebsvermögen der Kronia soll verkauft werden. Gleiches gilt für die Betriebsflächen. Schweitzer konnte für beides noch keine Interessenten benennen.

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