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Kreis als Vaterersatz

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Wenn Papa nicht zahlt, dann muss Vater Staat einspringen.
Wenn Papa nicht zahlt, dann muss Vater Staat einspringen. © dpa

Im Jahr 2010 hat der Wetterau-Kreis 1,6 Millionen Euro Unterhalt gezahlt - an Kinder, deren Väter sich dieser Pflicht entziehen. Öfter als im hessischen Durchschnitt bleibt es erfreulicherweise bei einem Vorschuss.

Wenn Väter keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, dann springt der Wetteraukreis ein und leistet einen Unterhaltsvorschuss. 1,6 Millionen Euro habe er dafür im vergangenen Jahr ausgegeben, teil Landrat Joachim Arnold (SPD) mit.

Für rund 1400 Kinder ist der Kreis 2010 eingesprungen. Die Spanne des Vorschusses reicht von 133 Euro pro Monat für Kinder bis sechs Jahre bis zu 180 Euro für Kinder bis 12 Jahre. Das Geld wird höchstens 72 Monate gezahlt. Die Zahlungen enden spätestens, wenn das Kind das 12. Lebensjahr vollendet hat.

Der Kreis versucht, das Geld von den Vätern zurückzuholen. Selbstständige Väter würden versuchen, sich durch falsche Einkommensangaben zu entziehen, bei Angestellten bleibe nicht selten die Antwort das Arbeitgebers über die Höhe des Lohnes aus, sagt Arnold. Wird ein Unterhaltsverweigerer ausfindig gemacht, versucht der Kreis notfalls das Geld durch Lohnpfändungen oder Zwangsvollstreckungen zurückzubekommen.

„Der Wetteraukreis ist hier auf einem guten Weg“, sagt Arnold. Die „Rückholquote“ sei in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. 2010 habe der Kreis mit 18,6 Prozent über dem hessischen Durchschnitt von 16,2 Prozent gelegen. In diesem Jahr seien es nach dem zweiten Quartal bereits 24,4 Prozent. (ieb.)

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