Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hier geht’s zur Zulassungsstelle Karben.
+
Hier geht’s zur Zulassungsstelle Karben.

Wetterau

Kreis holt sich Zulassung zurück

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
    schließen

Wegen der inakzeptablen Arbeitsweise und den zu langen Wartezeiten hat der Kreis sich die Zulassung zurückgeholt. Ab dem 1. Januar 2017 will der Kreis die Dienstleistung in eigenen Räumen in Büdingen anbieten.

Erst vor ein paar Tagen hat der Kreis in einer geharnischten Pressemitteilung die angeblich zu langen Wartezeiten in der Büdinger Kfz-Zulassungsstelle gerügt und angedroht, diese Dienstleistung wieder zurückzuholen. Gestern bereits machte er Nägel mit Köpfen. „Der Kreis hat heute den Vertrag zum 31.12.2015 gekündigt“, sagte Bürgermeister Erich Spamer (FWG) gestern der FR. Damit endet die Vertragslaufzeit zum Ende 2016, so lange beträgt die Kündigungsfrist. Spamer: „Der Magistrat hat die Kündigung positiv aufgenommen.“

Landrat Joachim Arnold (SPD) begründete den Schritt in einer Mitteilung gestern mit der inakzeptablen Arbeitsweise und den zu langen Wartezeiten. Zum Teil warteten die Kunden dort bis zu eineinhalb Stunden. Außerdem habe die Zulassung in den vergangenen Monaten an 21 Arbeitstagen früher geschlossen und an vier Tagen sei sie sogar gar nicht geöffnet worden. Ab dem 1. Januar 2017 will der Kreis die Dienstleistung in eigenen Räumen in Büdingen anbieten.

„Verlustgeschäft“ Zulassung

Bürgermeister Spamer sagte, die Stadt habe den Kreis darauf hingewiesen, dass man in der Zulassung gerne feste Termine an die Kunden vergeben wolle, um die Wartezeiten in den Griff zu bekommen. Das habe der Kreis abgelehnt mit dem Hinweis darauf, dass dann die Kunden auf andere Zulassungsstellen im Kreis ausweichen würden.

Die Stadt hatte 2002 die Zulassung vom Kreis übernommen und dort zwei halbe Stellen eingerichtet. Insgesamt sei das ein Verlustgeschäft, so der Bürgermeister. 50 Prozent der Gebühreneinnahmen seien an die Stadt gegangen, die anderen 50 an den Kreis. Zusätzliche Kosten müsse die Stadt tragen.

Zulassungsstellen, die von den Kommunen betrieben werden, gibt es außer in Büdingen noch in Nidda und Karben. Auch die Stadt Butzbach hatte mehrere Jahre lang eine Zulassungsstelle in Eigenregie betrieben. Gestern gab es aus dem Rathaus keine Informationen dazu, warum diese wieder zum Kreis gewandert ist. Dem Vernehmen nach machte die Stadt zu große Verluste. Der Kreis unterhält eine Zulassung in Friedberg, mit der er laut Matthias Flor, Referent von Landrat Arnold, „etwas Gewinn macht“.

In Karben gibt es seit 1999 eine Zulassungsstelle, sie ist im Albert-Schäfer-Haus in Petterweil. Zwei Angestellte arbeiten hier. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) hatte vergangene Woche mitgeteilt: „Seitens des Wetteraukreises gibt es Überlegungen, die Zulassungsstellen wieder zu zentralisieren.“ Das würde die Karbener mit einbeziehen.

Flor dementierte das gestern. Aus Karben lägen keine nennenswerten Beschwerden vor. Bürgermeister Rahn hatte betont, dass die Stadt die Zulassung weiter betreiben wolle. Flor: „Das ist ein gewichtiges Wort.“

Bis zu drei Stunden warten

Laut Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk müssen die Kunden in Petterweil nicht über Gebühr warten. „Es kann mal eine Stunde dauern, aber nicht länger.“ Gestern Morgen gegen 9.30 Uhr waren drei Kunden dort. Eine davon war Anneliese Häger, die in Bad Vilbel seit 45 Jahren einen Zulassungsdienst betreibt. Im Auftrag der Autohäuser, aber auch von Privatleuten meldet sie stets mehrere Fahrzeuge auf einmal an. „Wenn es Hochbetrieb ist, kann die Wartezeit schon mal drei Stunden dauern“, sagte sie.

Ein anderer Kunde kritisierte, dass die Stadt zwar eine Terminvereinbarung online anbiete. Da bekomme man aber kaum welche, weil die Zulassungsdienste alles blockierten. „Das ist bekannt“, sagte er. Das Problem mit diesen Diensten gebe es im Übrigen auch bei anderen Zulassungsstellen. Er plädierte für einen zusätzlichen Mitarbeiter, einen Springer, der in Hochzeiten eingesetzt werden könne.

Das Problem sei bekannt, sagte Schenk. Geld für zusätzliches Personal sei aber nicht da. „Das ist eine Aufgabe des Kreises, die wir übernommen haben.“ Die Stadt mache dabei zwar einen Verlust, aber den nehme sie in Kauf, den Bürgern vor Ort den Service bieten zu können. Auch in Karben werden die Einnahmen aus den Gebühren je zur Hälfte zwischen Kreis und Kommune geteilt. Zusätzliche Kosten wie für Material trägt die Stadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare