Ab diesem Jahr geht es auf dem Vilbeler Markt wieder rund. Das neue Riesenrad im Aufbau.
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Ab diesem Jahr geht es auf dem Vilbeler Markt wieder rund. Das neue Riesenrad im Aufbau.

Bad Vilbel

Konzept gegen Terror

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Erstmals sichert eine Betonsperre den Vilbeler Markt gegen Anschläge. Das Riesenrad kehrt als Wahrzeichen zurück.

Der 197. Vilbeler Markt beginnt am Samstag. An den sieben Festtagen werde wieder eine viertel Million Besucher auf dem Gelände zwischen Büdinger Straße und dem Nidda-Ufer erwartet, berichtet die Stadt. Die Organisatoren reagieren erstmals mit einem Sicherheitskonzept auf die terroristischen Anschläge mit Fahrzeugen in jüngster Zeit. „An der Heinrich-Heine-Straße ist eine Betonsperre aufgestellt worden, die einem Angriff mit einem Lastwagen standhält“, sagt Stadtpressesprecher Yannick Schwander. Allerdings wird die einzige Zufahrt zum Jahrmarkt nicht einfach mit tonnenschweren Quadern verriegelt. Die Lastenwagensperre besitze eine Durchfahrt, die im Normalfall von Stahltauen geschlossen gehalten werde, erläutert Schwander. Muss etwa ein Krankenwagen das Gelände mit einem Patienten verlassen, werden die Seile gelöst. Die Stadt hat sich die Barriere 7500 Euro kosten lassen. „Es handelt sich um die modernste Anti-Terror-Sperre auf dem Markt.“ 

Die Polizei wird mit einem Einsatzcontainer anwesend sein. Es werde jedoch im Vergleich zu den Vorjahren keine verstärkte Besetzung geben, heißt es. Terroranschläge bei Großveranstaltungen sensibilisierten nicht nur die beiden Marktmeister Carsten Feik und Klaus Zeller. „Die Schausteller haben in Vorgesprächen erklärt, dass sie durch die Vorfälle selbst viel achtsamer geworden sind“, sagt Schwander. 

Taschenkontrollen an den Marktzugängen wird es nicht geben, teilt die Stadt mit. Ob und zu welchen Abendveranstaltungen im Festzelt Hausmann in Taschen und Rucksäcke geschaut wird, obliegen dem Gastwirt. 

Schlägereien, Pöbeleien oder Betrunkene mit hohem Promillewert scheinen auf dem Vilbeler Markt selten vorzukommen. Die Polizei spricht von einem der friedlichsten Jahrmärkte in der Region. Die Erklärung findet sich auch im Suchtpräventionskonzept, das 2010 erstmals umgesetzt worden ist und seitdem offenbar seine Wirkung zeigt. Eingebunden sind darin neben Polizei auch Suchtberatung, der Jugendschutz des Wetteraukreises sowie das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Bad Vilbel. Kontrollgänge durch die Jahrmarktgassen, das Ansprechen von Jugendlichen und Alkoholtests an Ort und Stelle gehören zu dieser Strategie. 

Alle Standbetreiber haben sich verpflichtet, keinen Alkohol an Minderjährige auszuschenken, auch nicht „über Umwege“. Und damit die Kirmesjugend nicht „vorgeglüht“ auf dem Festplatz erscheint, sind an Supermärkte und Tankstellen Handzettel zum Alkoholverkauf verteilt worden.
Der traditionsreiche Markt beginnt mit einem Festumzug durch die Kernstadt. Zur Kirmes gehört ebenso ein Kram-Markt mit 70 Anbietern und einem breiten Warenangebot – von Angorasocken bis zur Weltneuheit für die Küche. In diesem Jahr hat der Vilbeler Markt zudem sein Wahrzeichen wieder, das Riesenrad. 2016 hatte der Betreiber sein Kommen kurzfristig abgesagt, jetzt geht es mit 48 Metern Höhe so hoch hinaus wie noch nie. Eine der geschlossenen Gondeln ist sogar barrierefrei zu erreichen. Offenbar zeigt die demografische Entwicklung auch im Schaugeschäft ihre Folgen.

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