Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Friedberg

„Kleiner Beitrag, große Wirkung“

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
    schließen

Dass in der Usagasse 26 bis ins späte 19. Jahrhundert eine Familie wohnte, mit deren Namen sich die Stadt noch heute schmückt, sieht man dem Haus nicht an. Die Stadt gibt Geld für das „Oppenheimer-Haus“.

In der Friedberger Usagasse 26 hatte die Familie Oppenheimer ihr Zuhause. Aus ihr stammt Ernest Oppenheimer, der das Diamantenkartell unter der Firma De Beers begründete.

Anders als sein Bruder Bernhard erblickte er aber nicht in dem um 1850 erbauten Fachwerkhaus das Licht der Welt, sondern 14 Jahre später, 1880, im neuen Heim der Familie in der Kaiserstraße. Wahrscheinlich war es in der Usagasse 26 zu eng geworden für den jüdischen Zigarrenhändler Edward Oppenheimer, seine Frau und die neun Söhne.

„Wir sind stolz auf die Oppenheimers, die hier gewirkt haben“, sagt Eva Reitz. Ihr und ihrem Ehemann gehört die Immobilie seit 1992. Zuvor war dort ein Tante-Emma-Laden gewesen. Die Reitz‘ ließen das Fachwerk wieder freilegen, einen schiefen Giebel begradigen und das Dach neu machen. Zwei großzügige Wohnungen wurden gebaut. Ein Keramikhändler lebte und arbeitete dort in den darauffolgenden Jahren.

Über 20 Jahre hätten sie Monat für Monat die Schulden für dieses „Mosaiksteinchen für die Altstadt“ tilgen müssen, erzählt Reitz. Trotzdem entschlossen sie sich 2012, als sie vom Anreizprogramm der Stadt hörten, abermals zu umfangreichen Sanierungsarbeiten. Eine Wohnung und der Laden hätten dringend saniert werden müssen. Maximal 30 Prozent beziehungsweise 7500 Euro zahlt die Stadt Immobilieneigentümern, um Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen zu modernisieren.

Das Geld stammt aus dem Förderpool zur Altstadtsanierung, den die Nassauische Heimstätte verwaltet und in den auch der Bund und das Land Hessen eingezahlt haben. Zwar sind die 7500 Euro nur ein kleiner Teil der gut 100 000 Euro für die Schaufenster, die Eingangstür, den Boden, eine neue Heizung sowie Elektronik und Vieles mehr. Doch Reitz weiß die Unterstützung zu schätzen. Sie sehe das Programm als „Anerkennung der dauerhaften Bestrebungen, guten Wohnwert zu schaffen“.

Die Friedbergerin sagt, sie liebe die Altstadt. Dass in den vergangenen Jahren immer mehr Migranten dorthin gezogen sind, bereitet ihr Sorgen. Viele von ihnen fühlten sich mit dem Stadtteil nicht verbunden. Dabei könne dieser doch nur durch die Mithilfe der Bewohner an vielen Stellen schön bleiben.

Deswegen will Bürgermeister Michael Keller (SPD) das Anreizprogramm weiterführen, auch wenn Ende des Jahres die Altstadtsanierung nach 30 Jahren auslaufe und damit Fördermittel des Bundes und Landes wegfielen. Das Programm verursache kaum bürokratischen Aufwand – ein Formblatt genügt für den Antrag – und der langfristige Effekt sei bei solchen Programmen oft viel höher. „Wir haben gar nicht so viel Geld wie Anträge kommen“, sagt Keller. Ernest Oppenheimer, hätte die Beträge wohl aus der Portokasse gezahlt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare