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Kirche wird später fertig

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Von: Jens Joachim

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Vereinsvorstand Zeki Tutus vor dem Altarbereich.
Vereinsvorstand Zeki Tutus vor dem Altarbereich. © Rolf Oeser

In Massenheim entsteht ein syrisch-orthodoxes Zentrum. Allerdings wird es später fertig als geplant.

Die Fertigstellung des syrisch-orthodoxen Gemeindezentrums in Bad Vilbel-Massenheim verzögert sich. Das hat Zeki Tutus, der Vorstandsvorsitzende des Kulturvereins der syrisch-orthodoxen Christen in Bad Vilbel, während einer Führung mitgeteilt, zu der am Freitagabend die Bad Vilbeler SPD eingeladen hatte. An der Besichtigung der neuen Kirche und des benachbarten Veranstaltungs- und Seminargebäudes nahmen rund 40 interessierte Bürger teil.

Auch eine Gruppe des CDU-Stadtverbands hat erst kürzlich die Baustelle besichtigt und der Gemeinde bei dieser Gelegenheit eine Ikone geschenkt. Nach den Worten von Tutus war die Stadt dem Kulturverein, der Träger der Kirchengemeinde ist, bei der Suche nach einem geeigneten Baugrundstück behilflich.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der für die deutsche Diözese zuständige Erzbischof Mor Philoxenus Mattias Nayis am nächsten Sonntag das neue Gotteshaus einweiht. Der Kirchenneubau ist allerdings noch nicht ganz fertig. Nach Angaben von Tutus haben sich die Bauarbeiten verzögert. Auf dem Baugrundstück an der Homburger Straße sind kürzlich mehrere Paletten mit Steinen aus der Türkei deponiert worden, mit denen auch syrisch-orthodoxe Klöster gebaut werden.

Mit dem spröden Baumaterial sollen der Bereich um den Altar sowie der knapp 23 Meter hohe Glockenturm gestaltet werden. Demnächst soll nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden in einer Gießerei im mittelhessischen Sinn die Glocke für den Kirchturm gegossen werden.

In ökumenischer Verbundenheit hat sich die evangelische Christuskirchengemeinde Bad Vilbel entschlossen, zwei Kirchenfenster mit den Bildnissen von Jesus und Josef zu finanzieren, um auf diese Weise einen Beitrag zum Neubau zu leisten, der aus Spenden finanziert wird. Zwischen der syrisch-orthodoxen und der evangelischen Gemeinde bestehen seit vielen Jahren enge Kontakte.

Mehr als ein Jahrzehnt lang feierte die syrisch-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste in der Auferstehungskirche an der Lohstraße. 1992 kaufte der Trägerverein ein Gebäude an der Dieselstraße in der Nähe des Bad Vilbeler Bahnhofs und baute es zum Vereins- und Gebetshaus um. In den vergangenen Jahren beteiligte sich die Gemeinde auch regelmäßig an ökumenischen Aktionen in der Stadt.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Gemeindemitglieder laut Tutus vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den Krisenländern Irak und aus Syrien stetig erhöht. Weil die vorhandenen Räumlichkeiten an der Dieselstraße nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Gemeinde- und Vereinsarbeit genügt hätten, sei vor fünf Jahren beschlossen worden, eine neue Kirche mit einem Gemeindezentrum zu bauen. Im Dezember 2012 sei dann das alte Grundstück am Bahnhof verkauft worden, um in Massenheim mit dem Neubauprojekt beginnen zu können, das Tutus zufolge rund zweieinhalb Millionen Euro kostet. Finanziert werden die Bauarbeiten durch Spenden. Eine Million Euro hat der Verein als Darlehen bei einer Bank aufgenommen.

Der Vereinsvorsitzende rechnet damit, dass spätestens im Frühjahr 2016 die Kirche eingeweiht wird. Bis dahin soll auch das benachbarte Gemeindezentrum mit einem 800 Quadratmeter großen Saal, Schulungs- und Jugendräumen und ein Parkplatz mit 66 Stellplätzen fertiggestellt werden. Später sollen noch ein Pfarrhaus für den 26 Jahre alten Pfarrer und seine Frau gebaut werden.

In der Kirche, in der schon Buntglasfenster etwa mit Motiven der urchristlichen Apostel eingebaut worden sind und in der über dem Altarbereich schon Bilder von Jesus und zwei Engeln angebracht worden sind, werden 300 Gläubige Platz finden, davon etwa 60 auf einer Empore. „Das neue Gemeindezentrum wird die Verbundenheit zwischen uns und unserer 2000 Jahre alten Kirchentradition stärken und die Kulturvielfalt in Bad Vilbel erweitern“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Mit dem Bau unserer neuen Kirche und unseres Gemeindezentrums sind wir in Bad Vilbel angekommen und haben eine neue Heimat gefunden“, so Tutus.

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