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Bergab gibt es nur einen Fahrstreifen für Radler und Autofahrer.
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Bergab gibt es nur einen Fahrstreifen für Radler und Autofahrer.

Radfahren in Bad Vilbel

Kein Radfahrstreifen

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Am Schöllberg in Bad Vilbel bleibt für Radfahrer alles, wie es ist ? bis auf neue Schilder. Die verweisen auf eine Alternativstrecke, die für Radler entspannter und langsamer ist.

In einer langen Geraden führt die Frankfurter Straße vom Stadtteil Heilsberg hinab in die Bad Vilbeler Innenstadt. In einiger Entfernung kann man die großen Hallen des Getränkeherstellers Hassia sehen. Wer mit dem Auto aus Frankfurt kommt, um in Bad Vilbels neuer Stadtmitte etwas ruhiger einzukaufen, fährt ebenso auf der Frankfurter Straße in Richtung Innenstadt wie viele Radfahrer, die aus dem Frankfurter Norden in die Nachbarstadt wollen. Letztere gewinnen wegen des Gefälles schon mal gehörig an Tempo. Für vorsichtige Velo-Nutzer ist die Frankfurter Straße nicht unbedingt eine Wunschstrecke, zumal es bergab – anders als bergauf – zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und dem Kreisel am Südbahnhof keinen Radfahrstreifen gibt.

Manche wollen darin ein Sicherheitsrisiko erblicken. Mehrmals war der Abschnitt deshalb schon Thema in der Vilbeler Politik. Auch im Radverkehrskonzept der Stadt, dass die Stadtverordneten am Dienstagabend beschlossen haben, geht es darum. Die Grünen hatten zwei Vorschläge gemacht, um die Sicherheit für Radfahrer in dem auch Schöllberg genannten Abschnitt zu verbessern. Sie brachten zusätzliche Schutzstreifen ins Gespräch und, für den Fall, dass diese nicht möglich sein sollten, eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Erfolg sollten sie damit nicht haben. Das hatte sich bereits im Bauausschuss knapp zwei Wochen vorher abgezeichnet.

Die übrigen Fraktionen schlossen sich der Sichtweise des Frankfurter Ingenieurbüros IMB-Plan an, das dafür plädiert, an der Straßenaufteilung nichts zu ändern. „Eine bisher funktionierende Lösung“, heißt es in dem Radverkehrskonzept, das IMB-Plan für die Stadt erstellt hat. Für beidseitige Radfahrstreifen müsste entweder ein Parkstreifen auf der gesamten Streckenlänge wegfallen, oder aber es wäre mit Staus zu rechnen, schreiben die Ingenieure in dem Konzept. In den Spitzenstunden morgens und abends seien dort bis zu 1400 Fahrzeuge unterwegs. Schuld an der schwierigen Lage ist die asymmetrische Aufteilung der Fahrbahn. Sie ist bergab rund 3,70 Meter und bergauf rund 4,70 Meter breit. Dieser Querschnitt sei so gewählt worden, damit die auf dem Schöllberg fahrenden „Wasserlaster“ von Hassia überholt werden könnten.

Christian Euler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bad Vilbel, hält die Befürchtungen der Frankfurter Ingenieure und der meisten Stadtverordneten für übertrieben. Er kann sich eine geänderte Fahrbahnaufteilung und einen zusätzlichen Radfahrstreifen durchaus vorstellen. Dass der Verkehrsfluss bergauf dann wegen der Linksabbieger erheblich behindert würde, glaubt er nicht. Lediglich an der Friedrich-Ebert-Straße könne es dazu kommen, sagt auch er. Einen zusätzlichen Radfahrstreifen hält Euler in absehbarer Zeit für unwahrscheinlich. „Ich habe wenig Hoffnung, dass das kommt.“

Möglich wäre es, sagt IMB-Plan-Geschäftsführer Karsten Ott. Es sei eine Abwägung, ob man für einen weiteren Radweg bereit sei, auf einen Parkstreifen zu verzichten und Staus in Kauf zu nehmen. Einstweilen haben sich Bad Vilbels Stadtverordnete einmütig für eine „kleine Lösung“ entschieden, die CDU und FDP vorgeschlagen hatten. Der Magistrat soll nun am Schöllberg Wegweiser für die Radler aufstellen, die von der Friedrich-Ebert-Straße an eine Alternativstrecke in die Innenstadt aufzeigen, wenn möglich auf der Ritterstraße. Wer es lieber entspannter und langsamer auf dem Velo mag, der müsste dann einen kurzen Schlenker machen.

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