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Im September 2013 ging in der Kaiserstraße 96 das Licht aus.

Friedberg

Kaufhaus wird umgebaut

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Im einstigen Kaufhaus Joh in Friedberg sollen Studierende und Senioren einziehen. Außerdem ist ein Restaurant mit Dachterrasse geplant.

Als Rainer Damaschke, Geschäftsführer der Grundstücksholding 3V Invest, vergangenen Februar der FR seine Pläne für das frühere Kaufhaus Joh in Friedberg schilderte, waren sie noch recht vage. Mittlerweile haben die Pläne Gestalt angenommen. Und sie gehen über das in den 70er Jahren errichtete Gebäude hinaus. Auf der Brache zur Schnurgasse hin will das Unternehmen insgesamt 30 bis 40 Studentenappartements und altersgerechte Wohnungen bauen, preisgünstig, wie Geschäftsführer Damaschke verspricht. Etwa sechs Millionen Euro lässt es sich den Neubau mit vier Geschossen und einem Staffelgeschoss kosten. Man werde die Wohnungen anschließend selbst vermieten, sagt Damaschke.

Das Unternehmen aus Grünwald bei München hatte das ehemalige Kaufhaus Joh im November 2016 von der britischen Edinburgh-House-Gruppe gekauft. Seit September 2013, als die Kaufhauskette Joh aus Gelnhausen insolvent gegangen war, stand es da schon leer. Nur ein Sonderpostengeschäft war vorübergehend im Erdgeschoss untergekommen. In Zukunft soll es dort Einzelhandel, Praxen und einen Lebensmittelmarkt im Untergeschoss geben.

Aussicht soll Gäste locken

Im dritten und vierten Obergeschoss ist ein Restaurant mit Außenbewirtschaftung auf einer Dachterrasse vorgesehen. Bis zu 1000 Quadratmeter könnte es groß werden, sagt Damaschke. In einer Projektbeschreibung des beauftragten Architekturbüros „Müller und Kölsch“ aus Friedberg heißt es dazu: „Die Aussicht über die Dächer hinweg in die östliche Landschaft und ungewohnte Perspektiven auf Augenhöhe zur Stadtkirche werden einen attraktiven und einmaligen Ort in Friedberg schaffen.“ Betrieben werden könnte das Restaurant von einer Brauerei aus der Region. Man habe eine Absichtserklärung unterzeichnet, sagt Damaschke. Anfragen gebe es ferner von Allgemeinmedizinern und Orthopäden sowie Physiotherapeuten und einem Orthopädie-Schuhmacher. Ziemlich sicher wird auch eine namhafte Modekette zu den künftigen Mietern zählen.

Damit die Investoren aus Bayern den Anbau für die Wohnungen errichten können und Praxen, Büros sowie das Restaurant möglich sind, müssen Friedbergs Stadtverordnete den entsprechenden Bebauungsplan ändern. Denn dieser lässt bislang nur Einzelhandel zu. Im Parlament herrscht bei diesem Vorhaben große Einmütigkeit. Als es in der jüngsten Sitzung beschlossen wurde, den Entwurf des Bebauungsplans der Öffentlichkeit und Behörden für eine Stellungnahme vorzulegen, stimmte nur zwei Linken Stadtverordnete mit Nein. Doch selbst die stellen das Projekt nicht grundsätzlich in Frage. Sie sorgen sich lediglich, dass der fünfstöckige Wohnungsneubau große Teile der Schnurgasse tagsüber verdunkelt.

Die Wiederbelebung des einstigen Kaufhauses mit attraktiven Angeboten ist den Stadtverordneten wichtig. Das haben sie schon vor einem Jahr unterstrichen, als sie den Bebauungsplan mit einer Veränderungssperre belegten. Sicherheitshalber wollte man Wettbüros, Spielhallen und Ähnliches ausschließen. Was mit der Erneuerung und dem Umbau des Elvis-Presley-Platzes 2014 begonnen hatte, sollte im früheren Kaufhaus eine angemessene Fortsetzung finden.

Vor einigen Wochen hat 3V Invest damit begonnen, das Gebäude zu entkernen. Die alten Wand- und Deckenverkleidungen müssen runter, die Toiletten und Sanitätseinrichtungen werden abgebaut. Außerdem braucht es eine neue Heizung. Gleiches gilt für die Lüftungsanlage und den Brandschutz. Laut Damaschke investiert das Unternehmen zwischen zehn und 15 Millionen Euro in die Sanierung und den Umbau. Anfang 2019, so Damaschke, könnte das „Joh“ dann womöglich wieder seine Türen öffnen. Noch wartet er aber auf die Baugenehmigung.

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