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Seit fünf Jahren unverändert: die Eintrittspreise für das Karbener Hallenfreizeit.

Finanzen

Karben: Schwimmen soll teurer werden

Die Stadtwerke fordern für den Eintritt ins Hallenfreizeitbad zweistellige Erhöhungen.

Was die Karbener Stadtwerke als Betreiber des Hallenfreizeitbades den politischen Gremien für die kommende Sitzungsrunde vom 12. bis 15. Februar vorlegen werden, hat es in sich. Sie fordern für die Eintrittspreise zweistellige Erhöhungen. Begründung: Die Preise für Sauna und Schwimmbad seien seit fünf Jahren unverändert, die Personalkosten dagegen in dieser Zeit um 13,43 Prozent gestiegen, heißt es in der Vorlage. 

Aktuell kostet zum Beispiel der Einzeleintritt für Erwachsene 4 Euro. Würde man die Tariferhöhung fürs Personal einrechnen, müssten die Preise laut Stadtwerke-Leitung brutto auf 4,54 Euro steigen. Erhöht wird auf 4,50 Euro. Auch für den ermäßigten Tarif und den Kurztarif sollen 50 Cent mehr verlangt werden. 

Nur Jahreskarte stabil 

Zumindest für Stammgäste gibt es eine gute Nachricht: Die rechnerischen Erhöhungen von zwischen 32 und 42 Euro werden nicht weitergegeben, hier sollen die Preise unverändert bleiben: Die Jahreskarte soll auch nach dem 1. April weiter 320 Euro kosten, ermäßigt 240 Euro. 

Den Stammgästen, die mit im Beraterkreis für das Schwimmbad sitzen, wurde die Preiserhöhung bereits im vergangenen November vorgestellt. Von ihnen kam die Anregung, den Sauna-Kurztarif auszuweiten: Er soll statt bisher für zwei Stunden vor der Schließung für drei Stunden gelten. Deshalb ergibt sich für den Sauna-Eintritt eine geänderte Preisstruktur: Der Zwei-Stunden-Kurztarif entfällt, dafür wird ein neuer Drei-Stunden-Tarif für 12 Euro eingeführt. Wer nicht zu den drei Schlussstunden kommt, soll tagsüber statt 13 dann 15 Euro zahlen. 

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) führt zur Begründung ferner an, dass es bereits bei Einbringung des Wirtschaftsplans 2019 Kritik von politischer Seite am Defizit des Bades gegeben habe. „Es versteht sich von selbst, dass bei fünf Jahren Lohnsteigerung mit gleichen Eintrittspreisen das Defizit steigen muss – dies kann selbst die steigende Besucherzahl nicht ausgleichen.“ 

Das kleine, kommode Familienbad im Karbener Stadtzentrum in Höhe der Gehspitze war vor vielen Jahren umfassend saniert worden - und viele Besucher waren zwischenzeitlich in die Bäder der Nachbarkommunen abgewandert. Mittlerweile verzeichnet das Hallenfreizeitbad jedoch wieder steigende Besucherzahlen. Aktuelle Daten wollen die Stadtwerke in Kürze vorlegen. 

Die Jahreskarte wurde laut Rahn ausgenommen, da diese in Nidderau günstiger sei, während die Einzeleintrittspreise dort teurer seien und auch eine Erhöhung in Nidderau diskutiert werde. Es sei zu erwarten, dass in den Debatten wieder eine Familienkarte gefordert wird. Rahn lehnt dies ab: „Wir gehen mit der Geldwertkarte mit gestaffelten Rabatten oder mit der immer beliebter werdenden Ferienkarte zum günstigen Tarif während der großen Ferien einen anderen Weg.“ 

Karben stehe im Preisvergleich zu umliegenden Hallenbädern immer noch gut da, sagt Rahn. Zudem werde man in diesem Jahr weiter in moderne Technik investieren. „Wir stellen in der südlichen Wetterau von Bad Vilbel bis vor die Tore Friedbergs das einzige Hallenbad für Schulschwimmen bereit.“ Dennoch sei das Schulschwimmen nicht kostendeckend - für Rahn ein weiterer Beleg dafür, dass Karben als Mittelzentrum dafür einen Ausgleich erhalten müsse.

Holger Pegelow

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