Karben

Neue praxisnahe Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher in Karben

Die Stadt Karben will mit dem dualen Ausbildungsweg angehende Erzieherinnen gewinnen.

Karben will in Zukunft praxisnah eigene Erzieherinnen und Erzieher ausbilden. Mit dieser Entscheidung liegt die Stadt im Trend. „Es ist nicht unsere Erfindung, sondern die Schulen bieten es offiziell jetzt an“, sagte Heike Herrmann, städtische Fachbereichsleiterin für die Kinderbetreuung. „Es war zuerst ein Modellprojekt an der Berta-Jourdan-Schule in Frankfurt und wird jetzt auf 30 weitere Schulen in Hessen übertragen.“

Bei dem neuen Ausbildungsweg gingen die Erzieherinnen von Anfang an in die Praxis: „In den ersten zwei Jahren sind sie zwei Tage in der Kita und drei Tage in der Schule. Das letzte Jahr sind sie drei Tage in der Kita“, sagte Herrmann.

Karben habe einen Kooperationsvertrag mit den beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim (BSG) und der Berta-Jourdan-Schule, die beide ein großes Einzugsgebiet hätten. Die Auszubildenden besuchen eine der beiden Schulen und haben jeweils einen Vertrag mit der Stadt und der Bildungseinrichtung. „Man kann es auch Dreiecksvereinbarung nennen“, fügte Herrmann hinzu. An welche Schule die angehende Erzieherin geht, hängt davon ab, wo sie den Platz erhält. Drei Jahre dauert die Ausbildung, wobei durch die neue Form die Zahl an praktischen Stunden wesentlich höher als früher sei.

14 Kitas

In der Kommune mit 22350 Einwohnern gibt es 14 Kitas. Acht sind städtisch, drei kirchlich, und drei Kitas werden von freien Trägern betrieben.

Neben den Erzieherinnen beschäftigt die Kommune auch Nicht-Fachkräfte, die unterstützen, beispielsweise Absolventinnen des Freiwilligen Sozialen Jahrs und Sozialassistentinnen. Karben betreibt außerdem ein eigenes Büro für Kindertagespflege. ihm

„Vorher ging man zwei Jahre zur Schule und machte ein Anerkennungsjahr, um Erzieherin zu werden“, erläuterte die Fachbereichsleiterin. Zudem musste die Bewerberin eine Ausbildung zur Sozialassistentin, in einem anderen Beruf oder Abitur und ein freiwilliges Soziales Jahr nachweisen. „Das ist wie ein duales Studium. Man ist schon während der Schulzeit parallel im Betrieb und hat den großen Vorteil, schon einen Verdienst zu haben, den es sonst erst im dritten Jahr gibt.“ 1140 Euro sind es im ersten, knapp 1400 Euro im dritten Jahr.

„Das ist schon eine deutliche Verbesserung“, konstatierte Bürgermeister Guido Rahn (SPD). Laut ihm sucht Karben wie die meisten anderen Kommunen ausgebildetes Personal zur Kinderbetreuung. 110 Erzieherinnen seien in Voll- und Teilzeit bei der Stadt angestellt, hinzu kommen die kirchlichen und freien Träger. „Wir erhoffen uns, dass wir mehr Personal bekommen und wir die Leute während der drei Jahre frühzeitig kennenlernen können“, sagte Rahn.

Der Gewinn für die Stadt sei, die angehenden Erzieherinnen zu binden, sagte die Leiterin der Kita Zauberberg, Bettina Glinder-Sirsch. „Wenn alles gutgeht, hat man im Anschluss Mitarbeiter, die man mit ausgebildet hat.“

20 Bewerbungen liegen bereits vor. Sieben Azubis kann die Stadt ausbilden, drei haben bereits eine Zusage erhalten. Interessierte können sich unter personal@karben.de bewerben.

PETRA IHM-FAHLE

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare