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Lenny forstet auf

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Lenny Kraut setzt sich dafür ein, dass der Karbener Wald vergrößert wird. Eine Fläche ist gefunden. Nun wirbt der Neunjähirge mithilfe der Stadt Karben um weitere Spenden. red © Red

Wohin er auch blickt, ist kein grünes Blatt zu sehen. Die Bäume, Sträucher und Wiesen sind vertrocknet, wo Tiere im Gestrüpp flattern sollten, weht Staub über die karge Landschaft. „So soll die Natur in Karben niemals aussehen“, sagt Lenny Kraut. Das ist dem Neunjährigen nach einem zurückliegenden Urlaub auf der griechischen Insel Kreta klar geworden.

Die trockene Landschaft dort erschreckte ihn.

Der Karbener Schüler ist bestens informiert. Die Gefahren des menschgemachten Klimawandels und die wichtigen Funktionen der Bäume zur CO2-Speicherung und für die Qualität der Atemluft sind ihm bekannt. Auf seine bedrückenden Impressionen auf Kreta folgte ein Entschluss: „Es müssen noch mehr Bäume gepflanzt werden! Und am besten nicht irgendwo, sondern direkt vor seiner Haustür, in Karben.“

Der junge Umweltaktivist habe sich an Bürgermeister Guido Rahn (CDU) gewandt, teilt die Stadt Karben mit. Lenny hat einen Brief inklusive selbst gemaltem Bild aufgesetzt und ins Rathaus geschickt. „Wir waren auf Kreta und haben gesehen wie kahl die Welt ohne Bäume ist. Können Sie mir ein Grundstück geben, wo ich Bäume pflanzen kann?“, fragte Lenny in dem Brief. Ein selbst gemaltes Bild, das den Vergleich zwischen blühenden und vertrockneten Landschaften drastisch aufzeigt, habe seinem Brief beigelegen. Diese emotionale Botschaft habe Bürgermeister Guido Rahn berührt. Er habe den jungen Umweltschützer zu sich ins Büro eingeladen, dort präsentierte Lenny seine Ideen.

Rahn war überrascht, denn Lenny Kraut brachte mehr mit ins Rathaus, als er erwartet hatte. Der Neunjährige sei längst auf Karbens Straßen unterwegs gewesen, klingelte an Türen, hat Menschen angesprochen und präsentierte sein Projekt, um Geld fürs Aufforsten zu sammeln. Rahn lobt das Engagement und überrascht den Schüler mit einer Kooperation, die sogleich mit Handschlag vereinbart worden sei, teilt die Stadt mit.

SPENDENKONTO

Die Stadt Karben hat ein Spendenkonto für das Aufforstungsprojekt eingerichtet. Wer die Aktion unterstützt, kann seinen Beitrag unter dem Betreff „Lennys Baumspende“ überweisen: IBAN: DE69 5185 0079 0110 0000 30. red

Rückendeckung und organisatorische Unterstützung erhält Lenny bei seinem Projekt von seiner Mutter Kim Jennifer Kraut.

Wie geht es nun weiter? Nach Angaben der Stadt Karben ist vorgesehen, auf einer Fläche von etwa 26 000 Quadratmetern, das ist in etwa so viel wie dreieinhalb Fußballfelder, Bäume zu pflanzen. Das Areal liegt am Klein-Kärber Wald. Durch die Initiative von Lenny könne der Wald in Richtung Biogasanlage erweitert werden. Die Fläche sei gemeinsam mit dem zuständigen Förster Eckhard Richter ausgesucht worden, ebenso wie die Bäume. „Geplant ist ein artenreicher Eichen-Edellaubwald. 2500 bis 3000 Bäume sollen pro Hektar gepflanzt werden“, kündigt die Stadt weiter an. Insgesamt soll die Walderweiterung daher aus bis zu 8000 Bäumen bestehen. Mit der Stadt Karben und einem Unternehmen aus Bad Vilbel hat Lenny bereits zwei Sponsoren an Bord. Um so viel Geld wie möglich zusammen zu bekommen, wirbt der Neunjährige weiter um Spenden. Etwa 40 000 Euro sind nötig, um all die Bäume und das Pflanzen am Rand des Klein-Kärber Waldes zu finanzieren.

Im kommenden Jahr sollen die Bäume gepflanzt werden. „Das Stadtparlament hat der Stadt bereits den Auftrag erteilt, sich um weitere Aufforstung zu bemühen. Es ist großartig, dass wir das nun mit dem ganz besonderen Engagement von Lenny verknüpfen können“, Rahn. Wann genau die Bäume gepflanzt werden können, ist noch offen, sicher sei jedoch, dass Lenny Kraut den ersten Spatenstich zur Walderweiterung übernehmen dürfe. red

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