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Kein Gegengutachten zum Bahn-Ausbau

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Von: Detlef Sundermann

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Die bisher zweispurige Main-Weser-Bahn soll ausgebaut werden.
Die bisher zweispurige Main-Weser-Bahn soll ausgebaut werden. © ddp

Nach einer Debatte im Karbener Stadtparlament verlangt die SPD nun doch kein neues Gutachten zum Ausbau der Main-Weser-Bahnlinie. Die Stadt soll erst einmal die Expertise der Deutschen Bahn AG abwarten.

Ein neutral erstelltes Lärm- und Erschütterungsgutachten zum Ausbau der Main-Weser-Bahnlinie wird es vorerst nicht geben. Die SPD hatte in der Sitzung der Stadtverordneten am Freitagabend den Antrag auf solch ein Gutachten eingebracht. Wie die Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz (CDU) auf Anfrage berichtet, hat die Fraktion nach einer Debatte den Antrag jedoch zurückgezogen.

Hierbei sei ausschlaggebend gewesen, dass zunächst die Expertise der Deutschen Bahn AG abgewartet werden solle. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) habe zugesagt, das Bahn-Gutachten umgehend den Fraktionen zuzuleiten. Ab diesem Zeitpunkt könne die Stadt immer noch Einwände erheben oder eine Prüfung in Auftrag geben.

Die SPD spricht sich grundsätzlich für den Ausbau – mit einem dritten und vierten Gleis allein für die S-Bahn – aus. Den Plänen der Deutschen Bahn schenkt sie jedoch kein volles Vertrauen, was die künftigen Zugfrequenzen beim Güterverkehr sowie die nötigen Vorkehrungen zum Schall- und Erschütterungsschutz betrifft.

Bedenken äußerte der SPD-Ortsverein Okarben im September. Die Menschen in dem Stadtteil wären unmittelbar von einer Mehrbelastung betroffen. Ortsvereinschef Mattias Flor verlangte, einen neutralen Gutachter zu beauftragen. „Man darf die möglichen Beeinträchtigungen der Anwohner nicht einfach vom Tisch wischen“, sagte er.

Wegen eines anderen Beschlusses der Stadtverordneten am Freitag bleibt für ein mögliches Gegengutachten auch genügend Zeit. Mit dem Abriss und Neubau der Straßenbrücke an der L3205, der laut Bahn mit der Streckenerweiterung um zwei Gleise nötig ist, soll nicht vor Inbetriebnahme der Nordumgehung begonnen werden. Dem Antrag der Koalition aus CDU, FWG und FDP stimmte auch die SPD zu. Die Grünen votierten mit Nein.

Erhebliche Verkehrsbelastung

In der Antragsbegründung heißt es, dass es ohne diese Reihenfolge zu einer erheblichen Verkehrsbelastung für die Bewohner von Burg-Gräfenrode, Rendel und Okarben käme. Die Autofahrer müssten dann „lange Staus und kilometerlange Umwege“ hinnehmen. Unterstrichen wurde in der Sitzung erneut die Bedeutung der Nordumgehung für Karben.

Die Koalition lehnte deshalb einen SPD-Antrag ab, einen Runden Tisch mit Anliegern der künftigen Umgehungsstraße einzurichten. Dies würde den Bau verzögern, so das Argument. Der Planfeststellungsbeschluss ist bereits verspätet. Das Land begründet die lange Prüfung mit der erforderlichen Rechtssicherheit. ( sun)

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