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Karben

Karben: Höhenrausch auch für Anfänger

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Klettern für jedermann und zu allen Anlässen in der größten Halle der Region.

Auf den ersten Blick beschleicht einen der Eindruck eines Kindergarten-Turnsaals oder Indoor-Spielplatzes – nur gehen die meisten der zum Teil quietschbunten Elemente ziemlich hoch in die Vertikale. Die Wände sind in schmale farbige Bahnen mit einem verspielten Besatz unterteilt. Im Raum stehen turmartige Gebilde, ähnlich farbenfroh und verspielt und genauso hoch wie die Bahnen an den Wänden, zehn Meter. Die Clip-’n- Climb-Halle im Gewerbegebiet Spitzacker verspricht ein neues Kletterabenteuer.

Die rund drei Millionen Euro teure Freizeiteinrichtung ist vor allem für Nutzer ausgelegt, die wenig oder gar keine Erfahrung im Klettern haben. Zudem wird kein geschultes Personal benötigt, das die nach oben Strebenden am Seil sichert. „Die Idee Clip’n’- Climb kommt aus Neuseeland“, erzählt Thorsten Held, einer der drei Geschäftsführer der Erlebnisreich GmbH mit Sitz in Mainz. Das Unternehmen, das bereits eine Kletterhalle in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt betreibt, rechnet in Karben mit bis zu 70 000 Besuchern im Jahr.

Klettern

Die Clip’n Climb-Halle steht in Karben, Am Häuserbach 2, Telefon 06039 / 9376966.

Öffnungszeit ist dienstags bis freitags von 13.45 bis 20 Uhr, samstags von 9.15 bis 20 Uhr, ebenso an Feier-, Ferien- und Brückentagen.

Die „Aktionszeit“ beträgt 90 Minuten und kostet für Erwachsene 16 Euro, für Kinder 13 Euro.

Sportkleidung und Hallenschuhe sind mitzubringen. sun

www.clipnclimb-frankfurt.de

Der ambitionierte Sportler wird sein Trainingsfeld nicht bei Clip’n’Climb sehen, sagt Held. Denn zupackende Kraft in den Armen bis in die Fingerspitzen, wie in den klassischen Kletterwänden erforderlich, verlangt die Bewältigung der bunten Herausforderungen nicht. Schulklassen, Geburtstage oder Jungesellenabschiede sind hingegen schon eher die Hauptklientel. „Die Vielfalt der Elemente fordert das Ganzheitliche“, sagt Held, der Sport studiert hat.

Am Ganzheitlichen mangelt es in der Tat nicht. Es gilt, den Weg nach oben zu finden und die Höhe zu überwinden. Balance ist bei einigen Elementen ebenso gefordert. Wer bereits beim Blick vom Zehnmeterturm im Freibad weiche Knie bekommt, wird erst recht nachdenklich, wenn er vom Fuße der ebenso hohen Elemente, die nahezu bis an die Hallendecken reichen, hochschaut. Von oben wirke die Höhe noch dramatischer, sagt Held. Wem das noch nicht reicht, der kann sich in der Höhe mit einem Sprung an eine Art Sandsack zusätzlich horizontal bewegen. Und dann gibt es noch die bis zu 90 Grad steile Rutsche, auf der man sich in einem Spezialanzug hochziehen lassen kann. Höhenangst trete schon mal auf, vornehmlich bei Erwachsenen, sagt Held. Sich dann einfach fallenzulassen und dabei dem Sicherungssystem zu vertrauen, auch das falle nicht jedem leicht – zumindest nicht beim ersten Mal. Denn abwärts geht es immer über das Sicherungsband. Abstürze wären schlecht fürs Geschäft, und daher steht bei Clip’n’Climb die Sicherheit an oberster Stelle.

Betreuer geben vor Betreten des Parcours zunächst eine Einweisung, ein Spezialmechanismus am Karabiner soll verhindern, dass die Verbindung von Klettergeschirr am Körper und dem Sicherheitsgurt fehlerhaft vorgenommen wird oder während des Kletterns geöffnet werden kann. An der Decke hängt der Sicherungsautomat, der den Gurt stets gespannt hält und den Kletterer beim Fallen gebremst zu Boden fallen lässt, mit zwei Metern in der Sekunde. „Manche Leute sind zunächst überrascht. Sie glauben, das Sicherheitsband würde beim Fallen blockieren“, sagt Held. Die maximale Betriebslast betrage 150 Kilogramm, das System besitze jedoch eine deutlich höhere Sicherheitsreserve.

Die Halle ist mit Umkleiden und Seminarräumen ausgestattet, letztere können gemietet werden. Auf einer rund drei Meter hohen Galerie befindet sich das zum Parcours hin geöffnete Bistro. Das Klettern ist zeitlich begrenzt. Die „Aktionszeit“ samt Sicherheitseinweisung beträgt 90 Minuten. Wer mit dem Vorsatz kommt, in dieser Zeit den gesamten Parcours zu schaffen, dem wird angesichts der 50 Elemente ziemlich die Puste ausgehen. Laut Held ist es nach Mainz die zweite Halle im Rhein-Main-Gebiet und die größte. Allerdings wird sich der Ortsname Karben nicht gleich mit der Freizeitstätte verbinden. Auf den Flyern und im Internet heißt es, offenbar zur besseren Orientierung: „Actiongeladene Kletterabenteuer in Frankfurt.“

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