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Continental schließt Werk in Karben nun doch nicht

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Von: Christoph Manus

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Zumindest 337 Jobs im Karbener Werk des Automobilzuliefers Continental bleiben nun erhalten. Der Standort wird doch nicht komplett geschlossen. Foto: Renate Hoyer
Zumindest 337 Jobs im Karbener Werk des Automobilzuliefers Continental bleiben nun erhalten. Der Standort wird doch nicht komplett geschlossen. © Renate Hoyer

Das Karbener Werk von Conti bleibt vorerst erhalten. Darauf haben sich die IG Metall und der Automobilzulieferer geeinigt. Doch mehrere Hundert Menschen verlieren trotzdem den Job.

Der Karbener Standort von Continental wird nun doch nicht vollständig geschlossen. 337 der rund 1100 Arbeitsplätze bleiben zunächst erhalten. Darauf haben sich IG Metall und Continental in der Nacht in einem Sozialtarifvertrag verständigt, wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte. Die IG Metall spricht von „langwierigen, außerordentlich schwierigen Verhandlungen“.

Die Einigung kam wenige Stunden vor der geplanten Urabstimmung über einen unbefristeten Streik zustande. Sie tritt in Kraft, wenn die Mitglieder der Gewerkschaft dem Ergebnis zustimmen. Conti bestätigte die Einigung am Donnerstag.

Vereinbart wurde laut IG Metall, dass die Continental Engineering Services mit insgesamt 187 Beschäftigten am Standort Karben bleibt. Der Automobilzulieferer hat laut IG Metall zudem zugesichert, dass die Continental Automotive zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt der Schließung, Ende 2023, mindestens noch 150 Mitarbeiter:innen in Karben beschäftigt und dass diese bis mindestens Ende 2025 am Standort tätig ist.

Mehr als 750 Beschäftigte bei Continental in Karben verlieren ihren Job

Die Einigung bedeutet aber auch, dass mehr als 750 Beschäftigte ihren Job verlieren. Darunter sind laut Gewerkschaft etwa 220 Leiharbeiter:innen und 64 befristet Beschäftigte.

Michael Erhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Frankfurt, machte keinen Hehl daraus, dass die getroffene Einigung nur ein Teilerfolg ist. Es habe so schlecht ausgesehen, dass er schon froh sei, dass das Werk nicht komplett geschlossen werde, sagte er der Frankfurter Rundschau. Zudem könnten mehr als 300 der regulär beschäftigten Frauen und Männer von einem Altersteilzeitprogramm profitieren, das er „umfangreich ausgestattet“ nennt.

Mitglieder der IG Metall werden besser gestellt als andere Beschäftigte

Für die anderen regulär Beschäftigten, deren Jobs gestrichen werden, soll es Abfindungen geben, die denen an vergleichbaren Standorten ähneln. Eine Transfergesellschaft wird geschaffen, die für zwölf Monate mit einem Qualifizierungsbudget von 5000 Euro pro Beschäftigtem ausgestattet wird.

Mitglieder der IG Metall werden besser gestellt als andere Beschäftigte. Das gilt auch für prekär Beschäftigte. Nur für die Gewerkschaftsmitglieder unter ihnen gibt es einen Solidarfonds.

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